-
23.11.2021
- → Feuilleton
Jelinek schreit
Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat den Nestroy-Theaterpreis für ihr Lebenswerk erhalten. Die 75jährige sei die wohl wichtigste Gegenwartsdramatikerin deutscher Sprache, hieß es bei der Preisverleihung am Sonntag abend. Sie bedanke sich herzlich, und »zwar ganz unironisch, eher melancholisch, weil das Leben bald vorbei ist und das Werk mit ihm gehen wird oder auch nicht«, sagte Jelinek und räumte ein, dass sie bei der Betrachtung ihrer Stücke auf einem Bildschirm manchmal vor Schmerz aufschreie, weil ihr bewusst würde, »dass etwas, was ich geschrieben habe, der Bühne nicht genügt hat«. Regisseur Nicolas Stemann, der als Jelinek-Spezialist gilt, sagte, die Autorin sei von einem »unglaublichen Gerechtigkeitsbedürfnis« getrieben, weshalb sie zur aktuellen Politik einfach nicht schweigen könne. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!