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Umweltsau im Hühnerstall

Zu Unrecht wurde der WDR-Kinderchor in den letzten Tagen für das umgedichtete Lied »Meine Oma ist eine Umweltsau …« scharf kritisiert und einem enormen Internetshitstorm ausgesetzt. Der WDR-Intendant Tom Buhrow hatte sich, in einer Art vorauseilendem Gehorsam, zu früh bei den Zuschauern entschuldigt, statt sich fürsorglich vor seine Mitarbeiter zu stellen. Keine Ruhmestat, die seine Überforderung und Hilflosigkeit verdeutlicht.

Der Hintergrund ist durchaus ernst und zeigt die Versäumnisse verfehlter Seniorenpolitik quer durch alle Parteien hindurch. Rotten von immer älteren Senioren – es sind keineswegs nur Omas, sondern auch Opas und Singles im fortgeschrittenen Alter – organisieren sich über »soziale Netzwerke« und treffen sich in abgelegenen Käfighühnerställen zu konspirativen Motorradrennen und illegalen Jagden auf vornehmlich männliche Küken. Diese werden millionenfach überfahren, geschreddert, zu Fischmehl verarbeitet und im Straßenverkauf zu überhöhten Preisen an die Bauernmafia vertickt. Das Phänomen erreicht allmählich die Dimensionen von Clankriminalität und zeigt Ähnlichkeiten zu den Problemen im Zusammenhang mit den aus dem Osten (Russland?) wieder eingewanderten Wolfsrudeln. Zuständige Regierungsstellen in NRW ziehen eine niedrige, zeitlich streng begrenzte Abschussquote für renitente Seniorinnen und Senioren in Betracht.

Es bleibt jedoch ein Rätsel, wieso die kriminelle Bande um Simone Sommerland, Karsten Glück und die Kitafrösche das saudumme Propagandahetzlied »Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad« ohne Widerspruch in aller Öffentlichkeit jahrelang hat darbieten können. Und wieso die hochkriminelle fiese Oma aus dem Lied nicht längst in Abschiebehaft sitzt. Es war höchste Zeit, das Lied umzutexten und damit von den Füßen auf den Kopf zu stellen.

Beobachter entdeckten noch einen weiteren Zusammenhang. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass einige der singenden WDR-Kinder in der Dämmerung verwilderten Rotten von alten, ungepflegten Menschen begegnet sind und seitdem unter schwerer posttraumatischer Belastungsstörung leiden. Möglicherweise befand sich Saskia Esken (Elternbeirat Calw) mit den älteren SPDlern Walters oder Borjans in der Meute. Bei einer Instagram-Umfrage »Würden sie mit dieser Frau (Saskia Esken, jW) gerne im Dunkeln ein Lied singen?« unter den jüngeren SPD-Mitgliedern (60 plus) gab es folgendes Ergebnis: 47 Prozent der Befragten löschten ihren Instagram-Account umgehend und versuchten eine neue Identität im Netz anzunehmen, 77,3 Prozent sind mit unbekanntem Ziel verzogen und beantragten Polizeischutz, und die restlichen 27,7 Prozent haben beim CDU-Elternbeirat in Würm-Heckengäu (Nachbarort von Calw) erneut Asyl beantragt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.01.2020, Seite 11, Feuilleton

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