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Kretschmer relativiert Berichte über Hetzjagd

Berlin. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird vorgeworfen, die Vorgänge in Chemnitz zu bagatellisieren. Kretschmer sehe im besten Fall nicht, »was er nicht sehen will«, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Berlin. Extreme Rechte hätten in Chemnitz eine Pogromstimmung erzeugt und »einen Mob mobilisiert«. Kretschmer hatte zuvor in einer Regierungserklärung vor dem Sächsischen Landtag gesagt: »Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd, und es gab keine Pogrome«. Damit hatte er auch Teile der Medienberichterstattung kritisiert. Nach der Tötung eines 35jährigen in Chemnitz hatte es in den vergangenen Tagen mehrfach Demonstrationen rechter Gruppen gegeben. Im Anschluss kam es auch zu Angriffen auf Migranten und Journalisten. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.09.2018, Seite 4, Inland

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