-
22.07.2017
- → Feuilleton
Auf die sanfte Art
Ob ich nicht »mal wieder etwas über aktuelle Politk und Politiker schreiben wolle, so wie früher, du hattest die doch im Sack, ein Schuss, locker aus der Hüfte und Ende?« fragte mich ein mir wohlbekannter Mann, den ich, trotz dieser Frage, weiterhin sehr mag und ihm deshalb freundlich zur Antwort gab: »Wollen wir nicht eine rauchen gehen?«
Er insistierte, und weil er, wie es allein einem der Liebe würdigen Freund zusteht, damit nicht aufhörte, sagte ich leichthin, also im tiefsten Ernst: »Alle hiesigen Revolutionaire sind tot und ermordet. Winston Churchill und Fidel Castro sind gestorben. Die Welt, so wie sie ist, kennt und will keine Staatsmänner mehr.«
Wir rauchten ein wenig, ließen Welt, All und Worte sacken, und dann fragte ich ihn beiläufig: »Sollte ich mich deshalb zu Geschmeiß herab begeben?«
»Puuh«, sagte er nach einer kleinen Pause, »du gibst es einem ja auf die harte Tour«.
Ich berührte fest, aber nicht unsacht, sein Gesicht, lächelte das Lächeln, das ich sonst eher für Frauen reserviert habe und sagte: »Nein, ich sagte es dir auf die sanfte Art.«
Es wurde dann ein beiderseits als äußerst erfreulich empfundener Abend.
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!