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30.11.2016
- → Feuilleton
Von U- und Oberkrainern
Wenn ich das Wort »Ukraine« höre, lese oder spreche, muss ich weder an Kornkammern, an Wühltischfaschismus noch an die Schrecken des European Song Contests (ESC) denken, sondern an als »Musik« getarnte Neigung zum Tragen von Kleidung äußerst geschmackszwielichtiger Natur; ich sage nur: bunte Westen, quietschbunt wie der Westen, Augenaua inklusive.
Gibt es nicht Sklavo Arsenik und sein Original Ukrainisches Quintett? – Not quite, my dear? Obwohl es von Av- oder Arsenik zum Arschgesicht auch wieder nicht soweit weg ist?
»Hab’ mal gehört, ›krain‹ sei der slawische Wortstamm zu ›Grenze‹«, schrieb Freund Friedrich Küppersbusch. »Dann wäre Krain erst recht zum Wein’n, wg. Schmerzgrenzverletzung«, retournierte ich, doch Küppersbusch, der mit Sabine Brandi, Fritz Eckenga und Peter Freiberg als einer der Dortmunder Fab Four friedrich durchs Leben geht, soll gern, gerade weil er es niemals fordert, das letzte Wort haben: »Das kraint! Vermutlich ist das der Urkonflikt zwischen Krain und Abel.«
»Letztes Wort? Ist das aber nicht mein ureigenstes Terrain?« fragte ich mich völlig uneigennützig, uneitel und streng sachlich – sachlich wie in »Zur Sache, Schätzchen« – und beendete die Chose so salopp, wie mir das angemessen erscheint: Ob ober- oder ukrainen – es ist zum Greinen wie zum Grienen.
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