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Anwaltspost: Bayern lässt Ankara mitlesen

München. Im Münchner Prozess gegen zehn linke Aktivisten türkischer und kurdischer Herkunft wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland haben die Verteidiger die Aussetzung des Verfahrens beantragt. In einer am Montag verschickten Erklärung werfen sie der bayerischen Justiz vor, dem türkischen Regime Zugriff auf die Verteidigerpost ermöglicht zu haben. Durch eigene Nachforschungen sei bekannt geworden, dass widerrechtlich Kopien von der Anwaltspost zu Übersetzern in die Türkei versandt worden seien. Die Verteidiger verwiesen auf das Informantennetz des türkischen Geheimdienstes MIT und die von Ankara verhängte Totalkontrolle von Post und Internet. Den zehn Angeklagten wird vorgeworfen, Mitglieder der Türkischen Kommunistischen Partei/ Marxisten-Leninisten (TKP/ML) zu sein. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2016, Seite 4, Inland

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