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Kein »Dispodeckel« im Gesetzentwurf

Berlin. Die Bundesregierung will vorgeblich den Verbraucherschutz bei Dispokrediten stärken – eine gesetzliche Deckelung der Zinsen ist dabei nicht geplant. Am Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett dazu einen Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), wie aus Regierungskreisen verlautete. Banken sollen demnach verpflichtet werden, die Höhe der Dispozinsen auf ihrer Homepage auszuweisen und Beratungsgespräche für überschuldete Kunden anzubieten. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Caren Lay, forderte statt dessen eine gesetzliche Deckelung der Dispozinsen als wirksamen Schutz: »Seit Jahren bleiben die Dispozinsen durchschnittlich konstant im zweistelligen Bereich – trotz eines historisch niedrigen Leitzinses«, kritisierte Lay. »Die Pläne von Heiko Maas sind bestenfalls ein Dispo-Placebo.« (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.07.2015, Seite 5, Inland

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