Zum Inhalt der Seite

Briefe eines Verstorbenen

Kurz vor dem Staatsbesuch der Queen in Deutschland hat der britische Botschafter ein kleines Geheimnis gelüftet: Königin Elizabeth II. (89) wird Bundespräsident Joachim Gauck ein Buch aus Preußen-Zeiten schenken, die »Briefe eines Verstorbenen« von Hermann Fürst von Pückler-Muskau aus dem 19. Jahrhundert. Der Mann war vor allem als Landschaftsarchitekt eine große Nummer, der sich aber auch als Schriftsteller verstand und allgemein als sozial unverträglich galt. »Überheblich bis zur Unerträglichkeit, brüskierte er bereits als Heranwachsender die Menschen seiner Umgebung (...) Erst spät verfeinerte sich sein Geschmack; die Eskapaden wurden erlesener. Mochten die Zeitgenossen auch seinen Charakter nicht, so waren sie dennoch von seinen Auftritten, Staffagen entzückt«, schrieb die Zeit 1992 – über Pückler, nicht Gauck. Pückler kaufte sich übrigens 1837 in Kairo eine 14jährige Sklavin, die er als sogenannte Geliebte mit nach Europa nahm. (dpa/jW).

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 24.06.2015, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!