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Von Herrschenden akzeptiert

Zu jW vom 10. November: Abgeschrieben »Brücken bauen - Zeit für eine neue Erinnerungspolitik«

Wenn ich die Erklärung von Katja Kipping, Bernd Riexinger und Gregor Gysi zum 25. Jahrestag des 9. November 1989 lese, dann entsteht bei mir der Eindruck, dass da jemand unbedingt von den heute Herrschenden akzeptiert werden möchte. Außerdem zeigt mir diese Erklärung, dass zumindest Führungskräfte der Partei Die Linke längst im System der BRD angekommen sind. Dass Angehörige der CDU und andere Konservative bzw. Rechte die sogenannte Linke nach wie vor verteufeln, ist deshalb absolut unnötig und nicht zielführend.
Das, was in der DDR normal und selbstverständlich war, wie keine Arbeitslosen, keine Obdachlosen, kostenlose Gesundheitsfürsorge und Bildung für den einzelnen, Antifaschismus und Erhalt des Friedens als Staatsdoktrinen sowie vieles andere für die Menschen Erstrebenswertes mehr, scheint für diese von den einfachen Menschen längst abgehobenen Scheinlinken nicht mehr so wichtig zu sein. Sie sind als Funktionäre bzw. Abgeordnete ja bestens versorgt. Da ist es natürlich leicht, von Freiheit und weiteren erhabenen Werten zu schwafeln. Ich kann mir allerdings nicht so recht vorstellen, dass die große Masse der Hartz-IV-Empfänger und ähnlich gebeutelte Mitmenschen in das gleiche Horn stoßen würden. Denen wären gewisse Errungenschaften der böse geschmähten und natürlich keinesfalls fehlerfreien DDR eventuell doch lieber.
Horst Rolle, per E-Mail

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.11.2014, Seite 14, Leserbriefe

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