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Abhören von FDP nicht mehr sexy

Brandenburgs Schweinezüchter sind empört. Nachträglich empfinden sie die FDP- Kampagne »Keine Sau braucht die FDP« als rufschädigend. In Zukunft wollen sie nicht im gleichen Atemzug mit FDP genannt werden. Dabei war diese Kampagne ein voller Erfolg. Null Prozent der Brandenburger Säue und Schweine haben FDP gewählt. Lediglich ein paar desorientierte Ochsen und Schafe haben ihr Kreuzchen an der falschen Stelle gemacht, so daß die Mittelstandsinteressenvereinigung auf 1,5 Prozent kam.

Nach Recherchen von Spiegel online weigern sich NSA und der britische Geheimdienst GCHQ (zuletzt unterwegs im Festnetz der Telekom mit dem Spionageprogramm »Tressure Map««) beharrlich, die FDP auszuspionieren, abzuhören oder zu beobachten. Nach den Wahlen in Thüringen und Brandenburg ist nicht mal der Kegelverein des deutschen Verfassungsschutzes ernsthaft an Interna der bizarren, ehemals wichtigen kriminellen Wirtschaftsvereinigung namens FDP interessiert. Der Geheimdienst von Burkina Faso hat ebenfalls abgewinkt. Ein Versuch, eine Allianz von willigen Abhördiensten zum Abhören der FDP zu etablieren oder auf Ebay zu ersteigern, scheiterte kläglich. Nun will die FDP gegen die diskriminierende Ablehnungsfront der Geheimdienste juristisch vorgehen und das Abhören der FDP-Präsidiumsgespräche gerichtlich erzwingen.


Nah-Ost-Experten warnen. In bestimmten Regionen Mahgrebiens könnte der Dreiklang FDP (arabisch ausgesprochen und entsprechend regional akzentuiert) mißverstanden und als Beleidigung des Propheten gedeutet werden. Deswegen überlegen Philologen die Buchstabenkombination FDP aus dem Alphabet zu streichen oder durch eine andere zu ersetzen (z.B. AfD). Als Plan B zur Erhaltung des liberalen Gedankengutes wollen FDP-Gremien auch eine mögliche Fusion mit der Motorradgang Hells Angels oder der salafistischen ISIS nicht mehr ausschließen.
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2014, Seite 12, Feuilleton

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