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Korruptionsvorwürfe gegen Politiker Chinas

Peking. Teile der chinesischen Partei- und Staatsführung sollen nach Medienberichten heimlich und in großem Stil lukrative Geschäfte über Steueroasen abgewickelt haben. Die Enthüllungen stützen sich auf vertrauliche Unterlagen, den sogenannten Off­shore-Leaks-Daten, die in Deutschland der Süddeutschen Zeitung (SZ) und dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) vorliegen. Auch nahe Verwandte wichtiger chinesischer Politiker steuern demnach Transaktionen über anonyme Briefkastenfirmen in der Karibik. In den Dokumenten sollen neben dem Schwager von Staats- und Parteichef Xi Jinping auch der Sohn, die Tochter und der Schwiegersohn des früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao sowie die Tochter des früheren Premiers Li Peng auftauchen, wie das Internationale Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) berichtete. Mitglieder des Volkskongresses seien ebenso aufgelistet wie einige der reichsten Männer und Frauen des Landes sowie Führungskräfte staatlicher Unternehmen. Mehr als 21000 Kunden aus China und Hongkong finden sich demnach in den 260 Gigabyte umfassenden Daten, die ein anonymer Informant vor zwei Jahren dem Journalistenkonsortium zugespielt hatte. Insgesamt liegen den Journalisten nach eigenen Angaben Informationen über 122000 Briefkastenfirmen und Trusts aus Steueroasen wie den Britischen Jungferninseln, den Cook-Inseln und Samoa vor. 130000 Personen seien genannt. Etwa jeder Vierte trage einen chinesischen Namen, berichten SZ und NDR. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.01.2014, Seite 2, Ausland

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