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Tropenstürme: Bevölkerung nicht gewarnt

Heftige Tropenstürme haben im Osten und Westen Mexikos mindestens 80 Todesopfer gefordert und schwere Verwüstungen angerichtet. Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden verschüttet, und Häuser stürzten ein. Unterdessen gewann der Tropensturm »Manuel« im Golf von Kalifornien an Kraft und erreichte Hurrikanstärke mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 115 Kilometern pro Stunde, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA mit.

Vor dem Hintergrund der Naturkatastrophe ist es am Mittwoch (Ortszeit) im mexikanischen Parlament zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen den Oppositionsparteien und dem Kabinett von Staatschef Enrique Peña Nieto gekommen. Die Regierung habe es versäumt, die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen, obwohl die Größe des Problems bekannt gewesen sei, kritisierte der Abgeordnete Manuel Huerta von der linken Arbeiterpartei (PT). Er verwies auf Berichte des Nationalen Meteorologischen Dienstes, der bereits am 11. und noch einmal am 12. September vor »starken bis sehr starken Regenfällen« und dem gleichzeitigen Herannahen von zwei Tropenstürmen gewarnt habe. Diese Hinweise seien in den folgenden Tagen wiederholt worden, ohne daß die Regierung aktiv geworden sei. Deshalb seien die Zivilschutzeinrichtungen des Landes nicht auf die Katastrophe eingestellt gewesen. »Die verspätete Aufmerksamkeit hat zusätzliche Schäden verursacht, die verhindert worden wären, wenn das Nationale Zivilschutzsystem entsprechend der gesetzlichen Vorgaben funktioniert hätte«, unterstrich Huerta. Die Regierung habe sich mehr darauf konzentriert, das Protestcamp der Lehrer auf dem Zócalo in Mexiko-Stadt zu räumen, damit dort am Montag aus Anlaß des Nationalfeiertages 19000 Soldaten paradieren konnten, anstatt Vorsorge zu treffen. Zumindest hätte man verhindern können, daß sich Acapulco mit Touristen füllte, so Huerta.
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Der Badeort ist nach Erdrutschen und Überschwemmungen seit Tagen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden hofften, bis Freitag zumindest die Autopista del Sol zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco wieder freizubekommen, um Hilfsgüter transportieren zu können. Zunächst mußten allerdings Tausende Touristen Acapulco über eine Luftbrücke verlassen. Die Behörden schätzten, daß sich zu Beginn der Unwetter rund 40000 Urlauber in dem Badeort aufhielten. Die meisten von ihnen stammten aus Mexiko-Stadt und hatten das durch den Unabhängigkeitstags am Montag verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub genutzt.

(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.09.2013, Seite 3, Schwerpunkt

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