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19.09.2013
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Gefängnisrevolte: Tote in Zulia
Bei Kämpfen zwischen Insassen eines Gefängnisses in Venezuela sind am Montag mindestens 16 Menschen getötet worden. Die für die Haftanstalten zuständige Ministerin Iris Varela bestätigte am Mittwoch gegenüber Journalisten, daß es einen »Krieg« unter den Häftlingen gegeben habe. Bei den Auseinandersetzungen in einem Flügel der Anlage in Sabaneta im Bundesstaat Zulia (Foto) seien 15 Gefangene ums Leben gekommen. Ein weiterer sei in einem anderen Teil der Anstalt Opfer der Gewalt geworden. Bei Ausbruch der Revolte hätten gerade Besuche stattgefunden, so daß die Beamten eine Mauer einreißen mußten, um Eingeschlossene zu befreien.
Wie örtliche Medien berichteten, ist die Umgebung des Gefängnisses von Sabaneta von Polizei und Nationalgarde abgeriegelt worden, die Zugänge wurden gesperrt, alle Besuchstermine abgesagt. Ministerin Varela wies unterdessen Berichte zurück, Auslöser der Gewalt seien Auseinandersetzungen um die Kontrolle des Gefängnisses gewesen. Sie werde sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage machen.
Die Ministerin wollte eine von außen gesteuerte Provokation nicht ausschließen. Wenige Stunden vor Ausbruch der Auseinandersetzungen seien Beamte ihrer Behörde telefonisch bedroht worden. Die Anrufe seien offenbar von im Ausland registrierten Telefonen aus geführt worden. »Nach den Drohungen begann die Tragödie in Sabaneta«, so Varela. Im staatlichen Rundfunk YVKE Mundial sagte sie, die Regierung habe Anstrengungen unternommen, um die Gewalt in den Haftanstalten zu verringern. Die Bedingungen dort seien noch ein Erbe der »Vierten Republik«, also der bis zum Amtsantritt von Hugo Chávez 1999 amtierenden Regierungen. »Wir haben versucht, den Weg des Dialogs auszuschöpfen, damit die Insassen, die aufgrund vieler Umstände und innerer sowie äußerer Mafiastrukturen im Besitz von Waffen und Munition gekommen sind, diese Haltung aufgeben«, sagte sie.
Das Gefängnisministerium war 2011 vom damaligen Präsidenten Hugo Chávez eingerichtet worden, um die Lage in den Haftanstalten zu verbessern. Diese ist durch Überbelegung geprägt, Gewalt ist an der Tagesordnung. Nach einer Zählung einer Nichtregierungsorganisation kamen im vergangenen Jahr in den 34 Haftanstalten des Landes 591 Insassen ums Leben. Im Januar kam es im Gefängnis von Uribana zu einer Revolte, die 58 Menschen des Leben kostete.
(AFP/AVN/jW)
Wie örtliche Medien berichteten, ist die Umgebung des Gefängnisses von Sabaneta von Polizei und Nationalgarde abgeriegelt worden, die Zugänge wurden gesperrt, alle Besuchstermine abgesagt. Ministerin Varela wies unterdessen Berichte zurück, Auslöser der Gewalt seien Auseinandersetzungen um die Kontrolle des Gefängnisses gewesen. Sie werde sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage machen.
Die Ministerin wollte eine von außen gesteuerte Provokation nicht ausschließen. Wenige Stunden vor Ausbruch der Auseinandersetzungen seien Beamte ihrer Behörde telefonisch bedroht worden. Die Anrufe seien offenbar von im Ausland registrierten Telefonen aus geführt worden. »Nach den Drohungen begann die Tragödie in Sabaneta«, so Varela. Im staatlichen Rundfunk YVKE Mundial sagte sie, die Regierung habe Anstrengungen unternommen, um die Gewalt in den Haftanstalten zu verringern. Die Bedingungen dort seien noch ein Erbe der »Vierten Republik«, also der bis zum Amtsantritt von Hugo Chávez 1999 amtierenden Regierungen. »Wir haben versucht, den Weg des Dialogs auszuschöpfen, damit die Insassen, die aufgrund vieler Umstände und innerer sowie äußerer Mafiastrukturen im Besitz von Waffen und Munition gekommen sind, diese Haltung aufgeben«, sagte sie.
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Das Gefängnisministerium war 2011 vom damaligen Präsidenten Hugo Chávez eingerichtet worden, um die Lage in den Haftanstalten zu verbessern. Diese ist durch Überbelegung geprägt, Gewalt ist an der Tagesordnung. Nach einer Zählung einer Nichtregierungsorganisation kamen im vergangenen Jahr in den 34 Haftanstalten des Landes 591 Insassen ums Leben. Im Januar kam es im Gefängnis von Uribana zu einer Revolte, die 58 Menschen des Leben kostete.
(AFP/AVN/jW)
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