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Prozeß gegen ­Privatbank

Köln. Der Prozeß gegen die einstige Führungsriege der Privatbank Sal. Oppenheim vor dem Kölner Landgericht hat mit einem Paukenschlag begonnen. Die Verteidiger der Angeklagten wollen das Mammutverfahren gleich zu Beginn platzen lassen.

Zum Prozeßauftakt am Mittwoch rügten die Verteidiger aller Angeklagten, daß Verfahren sei dem falschen Gericht zugeteilt worden. Schlimmer noch: Die Staatsanwaltschaft habe durch den unzureichenden Geschäftsverteilungsplan des Gerichts die Möglichkeit gehabt zu beeinflussen, welche Strafkammer die Verhandlungen führe.
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Die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker hob daraufhin die nächsten zwei Prozeßtermine auf, um in Ruhe über den Antrag beraten zu können. Erst am Donnerstag kommender Woche soll weiterverhandelt werden. Gibt das Gericht dem Antrag statt, wäre der Untreueprozeß gegen das ehemalige Führungsquartett des Bankhauses und einen früheren Geschäftspartner geplatzt. Das Verfahren müßte vor einer anderen Kammer völlig neu aufgerollt werden.

Die Führung der Bank soll sich auf Kosten der übrigen Gesellschafter bereichert haben. Sal. Oppenheim war spezialisiert auf den deutschen Geld- und Hochadel. Das Geldhaus gehört heute zur Deutschen Bank.( dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.02.2013, Seite 9, Kapital & Arbeit

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