Zum Inhalt der Seite

Kritik an ­Emissionshandel

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND und die britische Umweltschutzorganisation »Sandbag Climate Campaign« haben der Industrie vorgeworfen, die Kostenbelastungen durch den EU-Emissionshandel zu übertreiben. Tatsächlich hätten Industrieunternehmen in Deutschland inzwischen 85 Millionen überschüssige Klimagas-Zertifikate angehäuft, teilten die Organisationen am Dienstag mit. Diese Menge entspreche dem jährlichen CO2-Ausstoß von Österreich. Neue Untersuchungen der zehn Unternehmen mit den meisten Überschüssen – darunter ArcelorMittal, die Salzgitter AG, BASF und ThyssenKrupp belegten, daß die Zahl angehäufter Klimagas-Zertifikate drastisch angestiegen sei. Eventuelle künftige Klimaschutzmaßnahmen würden die untersuchten Unternehmen deshalb so gut wie nichts kosten. »Allein die zehn größten Profiteure des CO2-Zertifikatehandels konnten auf diese Weise bislang Zusatzgewinne von 1,2 Milliarden Euro einstreichen. Der Zertifikate-Überschuß versetzt diese Unternehmen in die Lage, bis 2020 für ihre CO2-Emissionen nichts zahlen zu müssen«, erklärte BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend.

(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 13.02.2013, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!