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Bo Xilai nicht mehr Politbüromitglied

Peking. Der chinesische Politiker Bo Xilai ist vom Politbüro der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete, wurde Bo wegen mutmaßlicher »schwerer Disziplinarvergehen« suspendiert. Dieser Begriff wird in China in der Regel im Zusammenhang mit Korruptionsdelikten verwendet. Das Politbüro der Partei hat nur 25 Mitglieder. Bo war Mitte März bereits als Chef der Kommunistischen Partei in der südwestlichen Metropole Chongqing entlassen worden. Bo galt eigentlich als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im Ständigen Ausschuß des Politbüros.

Zum Verhängnis wurde Bo offenbar die Affäre um den Polizeichef von Chongqing, Wang Lijun. Dieser hatte Bo lange als rechte Hand im Kampf gegen die Korruption gedient, war Anfang Februar jedoch entlassen worden. Nach einem mysteriösen Besuch im US-Konsulat, wo er angeblich Asyl beantragen wollte, wurden Ermittlungen eingeleitet. Wie Xinhua weiter berichtete, leitete die Polizei auch Ermittlungen gegen Bos Frau Bo Kailai im Zusammenhang mit der Ermordung eines britischen Geschäftsmannes ein. Angeblich wurden demnach Beweise gefunden, daß Bo Kailai in den Mord verwickelt sein könnte. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.04.2012, Seite 6, Ausland

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