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Hintergrund: Lawrow kritisiert Fensterreden

Die Erklärung der katarischen Führung, wonach eine militärische Lösung der Situation in Syrien notwendig sei, widerspricht dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge den Prinzipien einer friedlichen Konfliktregelung, die sein Land und die Arabische Liga am 10. März in Kairo abgestimmt haben. Zu seinem »höchsten Erstaunen« habe er nach der Landung in New York erfahren, daß sein Amtskollege, Katars Premier und Außenminister Hamad Bin Jassim Al-Tani, öffentlich aufgerufen habe, »mit der Bildung arabischer oder internationaler Kräfte zu beginnen und diese nach Syrien zu schicken«, sagte Lawrow am Dienstag laut RIA Nowosti.

Lawrow verwies darauf, daß Rußland und die Arabische Liga am Wochenende in Kairo einen Fahrplan zur Beilegung der Syrien-Krise vereinbart hätten. »Wir stimmten dort fünf Punkte ab, die der Regelung zugrunde gelegt werden sollen, und eines dieser Prinzipien ist eben die Unannehmbarkeit eines ausländischen Eingreifens in Syrien.«
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Lawrow verwies auf die Zwiespältigkeit in der Position der Weltgemeinschaft zum Syrien-Problem. »Ich habe ein weiteres Mal den wesentlichen Unterschied zwischen der öffentlichen Polemik und den Konsultationen zu spüren bekommen, die wir unter Ausschluß der Öffentlichkeit durchführen«, konstatierte er nach der jüngsten Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Lawrow zufolge beschreiben viele Länder die Situation in Syrien öffentlich in absolut schwarzen Tönen, bei Diskussionen hinter verschlossenen Türen würden aber keine kategorischen Losungen artikuliert werden, sondern eine pragmatische Position, die darauf abziele, zu einer gegenseitig akzeptablen Übereinkunft zu einer Regelung in Syrien zu kommen. »Bei diesen Gesprächen unter Ausschluß der Öffentlichkeit (…) tritt die Einsicht ein, daß es notwendig ist, aufzuhören, in der Sprache von Ultimaten und von der Position der eigenen Unfehlbarkeit aus zu sprechen, und mit der Suche nach Lösungen zu beginnen, die umsetzungsfähig sind, die real helfen werden, die Gewalt zu stoppen und nicht einfach die innenpolitischen Bedürfnisse von irgendjemand zu befriedigen«, so Lawrow. (jW/RIA Nowosti)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.03.2012, Seite 3, Schwerpunkt

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