Hintergrund: Panikmache vor dem Blackout
Gegenwärtig sind nur vier der 17 deutschen AKW am Stromnetz.
Die Atomlobby warnt deshalb vor einem Blackout. U- und S-Bahnen
fahren nicht mehr, die Telekommunikation bricht zusammen, die
Klimaanlagen kollabieren, haben wir das nicht gerade im Osten
Berlins erlebt? Das Chaos in der Hauptstadt war zwar mutwillig
angerichtet, es taugt aber gut zur Panikmache. Insbesondere im
kommenden Winterhalbjahr, orakeln die vier großen
Netzbetreiber (zwei dieser Firmen sind Töchter der
Atomkonzerne), könne die Stromversorgung bundesweit
zusammenbrechen. Gerade in der kalten Jahreszeit gebe es zu wenig
Sonnenstrom und kaum Importmöglichkeiten, weil die anderen
Länder ja ebenfalls knapp dran sind mit Energie.
»Hmhm«, macht die Bundesregierung in Person der Sprecherin des Umweltministeriums, »das ist keine leichte Situation«. Die Regierung nehme die Warnungen sehr ernst, so Christiane Schwarte. Die Versorgungssicherheit sei »oberstes Gebot bei der Energiewende«. Die Internationale Energieagentur IEA, ein ausgewiesener Atomlobbyverband, gibt sich ebenfalls beunruhigt. Im Interesse Europas solle Deutschland eine gemeinschaftliche Entscheidung zur Energiepolitik in der EU anstreben, sagt IEA-Chef Nobuo Tanaka.
Dagegen befürchten die Atomkraftgegner, daß die Stromkonzerne einen Blackout bewußt inszenieren könnten, um die Bevölkerung in der Debatte um den Atomausstieg zu verunsichern. »Die Stromversorgung in Deutschland kann auch sichergestellt werden, wenn die meisten oder gar alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind«, sagt »Ausgestrahlt«-Sprecher Jochen Stay. »Es braucht dazu allerdings die Bereitschaft der Stromkonzerne, dies auch zu organisieren.«
Importbeschränkungen für Strom gibt es zu keiner Jahreszeit. So muß Frankreich mit seinen 58 Atomkraftwerken an vielen Tagen im Sommer Strom aus Nachbarländern importieren – beispielsweise Solarstrom aus Deutschland – weil die Reaktoren wegen geringer Pegelstände in den Flüssen nicht mehr voll gekühlt werden können und deshalb teilweise heruntergefahren werden müssen. (rp)
»Hmhm«, macht die Bundesregierung in Person der Sprecherin des Umweltministeriums, »das ist keine leichte Situation«. Die Regierung nehme die Warnungen sehr ernst, so Christiane Schwarte. Die Versorgungssicherheit sei »oberstes Gebot bei der Energiewende«. Die Internationale Energieagentur IEA, ein ausgewiesener Atomlobbyverband, gibt sich ebenfalls beunruhigt. Im Interesse Europas solle Deutschland eine gemeinschaftliche Entscheidung zur Energiepolitik in der EU anstreben, sagt IEA-Chef Nobuo Tanaka.
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Dagegen befürchten die Atomkraftgegner, daß die Stromkonzerne einen Blackout bewußt inszenieren könnten, um die Bevölkerung in der Debatte um den Atomausstieg zu verunsichern. »Die Stromversorgung in Deutschland kann auch sichergestellt werden, wenn die meisten oder gar alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind«, sagt »Ausgestrahlt«-Sprecher Jochen Stay. »Es braucht dazu allerdings die Bereitschaft der Stromkonzerne, dies auch zu organisieren.«
Importbeschränkungen für Strom gibt es zu keiner Jahreszeit. So muß Frankreich mit seinen 58 Atomkraftwerken an vielen Tagen im Sommer Strom aus Nachbarländern importieren – beispielsweise Solarstrom aus Deutschland – weil die Reaktoren wegen geringer Pegelstände in den Flüssen nicht mehr voll gekühlt werden können und deshalb teilweise heruntergefahren werden müssen. (rp)
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