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»Tatörtlichkeit Internet«
jW-Berichterstattung über Staatssicherheit, den letzten Eskimo und die Castortransporte beschäftigt den Berliner Polizeipräsidenten
Daß wir uns gegen Versuche, uns mit juristischen Mitteln fertigzumachen, wehren können, verdanken wir unseren Leserinnen und Lesern. Dank der Abogebühren und Spenden können wir nicht nur täglich eine spannende Zeitung machen, sondern werden auch in die Lage versetzt, riskante Prozesse durchzustehen. Leider gibt es immer wieder solche Versuche. Kaum hat die Berliner Staatsanwaltschaft ihre Niederlage in Sachen Knabe zu den Akten gelegt, ermittelt sie erneut, diesmal gegen den Geschäftsführer der jungen Welt . Wegen angeblicher »öffentlicher Aufforderung zu Straftaten (Veröffentlichung auf jungewelt.de am 30.10.2010 in bezug auf Castortransport)«, wie der Berliner Polizeipräsident mitteilen läßt. »Tatort Berlin, Bereich Berlin und bundesweit« heißt es in der Vorladung, und »Tatörtlichkeit Internet«. Gemeint ist wohl unsere ausführliche Berichterstattung zu diesem Thema. Ein weiteres Mal soll versucht werden, unangepaßte Berichterstattung zu kriminalisieren. Die Liste der Prozesse, mit denen wir Meinungs- und Pressefreiheit im Lande erfolgreich verteidigt haben, ist mittlerweile erstaunlich lang, es werden wohl noch einige dazukommen. Mit ausreichend Abonnements und gefülltem Prozeßkostenfonds kann man solchen »Ermittlungsverfahren« gelassener entgegentreten. Ökonomisch riskant bleiben sie trotzdem, Zeit und Kraft kosten sie auf jeden Fall
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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