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Folter in CIA-Gefängnis

Washington. Die Klage eines Jemeniters vor der Afrikanischen Menschenrechtskommission (ACHPR) hat erneut ein Schlaglicht auf den Umgang des US-Geheimdienstes CIA mit sogenannten Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geworfen. Der 51jährige Mohammed Al-Asad verklagte das ostafrikanische Dschibuti, weil er dort in einem geheimen Gefängnis der CIA mißhandelt worden sei. Die unter Verschluß gehaltene Klage wurde bereits im Dezember 2009 eingereicht und am Montag von Menschenrechtlern in den USA öffentlich gemacht. Asad wurde der Klageschrift zufolge 2003 in Tansania festgenommen und mit einem Flugzeug in ein zunächst unbekanntes Land gebracht, das er später als Dschibuti identifizierte. Während einer zweiwöchigen Einzelhaft sei er in Verhören immer wieder sexuell erniedrigt worden. So habe er sich ausziehen müssen und sei nackt fotografiert worden. Außerdem habe ihm das Verhörpersonal anal Gegenstände eingeführt.

Nach dem Aufenthalt in Dschibuti brachte die CIA Asad den Angaben zufolge in drei andere Geheimgefängnisse rund um die Welt, ehe er nach einem weiteren Jahr in jemenitischer Haft 2006 freikam.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.03.2011, Seite 7, Ausland

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