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Barry tot

Ohne seine Musik wäre James Bond nur ein gut gekleideter Auftragskiller und grobschlächtiger Frauenverführer, heißt es über John Barry. Sicher ist, daß seine Soundtracks (neben Sean Connerys Arroganz und den wechselnden Bond-Girls) in nicht unerheblichem Maße dazu beitrugen, daß aus der Geheimagentenstaffel mehr wurde als eine gut gemachte Aktionserie. Am Sonntag starb der Komponist John Barry im Alter von 77 Jahren an einem Herzschlag in New York.

Was genau die Produzenten 1962 dazu verleitet hatte, einen damals 29jährigen, dessen Referenzen die Mitgliedschaft in einer Armeekapelle und einer relativ erfolgreichen Rock’n’Roll-Band waren, zu engagieren, um aus Monty Normans Musikvorlage ein poppiges Titelthema für den ersten Bond-Film (»James Bond jagt Dr. No«) zu machen, gilt als ungeklärt. In jedem Fall blieb er dabei. Bis zu seinem wohl Streitereien geschuldeten Ausscheiden (»ich habe mit Bond abgeschlossen«) komponierte er neun Filmmelodien, darunter »Goldfinger« (1964), »Diamanteinfieber« (1971) und »Moonraker« (1979). Auch in Hollywood, die Bond-Reihe wurde in London produziert, war er erfolgreich und erhielt insgesamt fünf Oscars für seine Kompositionen.
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Nach seinem Ausscheiden bei Bond holte ihn Kevin Costner 1990 für seinen Naturwestern »Der mit dem Wolf tanzt«, der ihm den letzten Academy-Award einbrachte. Danach ging es künstlerisch bergab. Bis auf wenige Filme wurden die meisten seiner Musikprojekte in Hollywood abgelehnt. Zuletzt war er im mäßig erfolgreichen Agentenstreifen »Enigma« (2001) zu hören. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2011, Seite 13, Feuilleton

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