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Doppelt, dreifach gemoppelt

Im Berliner Untergrund ist das Erscheinen einer neuen kulturkritischen Zeitung anzuzeigen. Der Prenzlauer Berg Konnektor wird herausgegeben von Bert Papenfuß, Henryk Gericke und anderen. Format: das alte Neue Deutschland; Umfang: dito, Inhalt: Teenage Kicks, Bier-Buddhismus, Kettensprengen und Literatur für All tomorrow’s parties – im doppelten Sinne von Party und Partei. Denn doppelt gemoppelt hält besser, und siehe, dreht man die Zeitung um, ist da noch eine: Der Drecksack, gedacht als das »lesbare Pendant« zum Konnektor, in Eigenregie erstellt von Florian Günther, in Kooperation mit »Außenreporter« Robert Mießner. Im Editorial vom Drecksack heißt es: »Auf der Suche nach / sich selbst/ durchwühlen sie/ deine Zeilen, / wie einen Korb voll/ schmutziger Wäsche. / Und wenn sie / sich nicht finden, bist /du schuld.«

Apropos »Schuld«: Demnächst ist aus diesem Umfeld unter Umständen mit der Erfindung einer dritten Zeitung zu rechnen, die von der »Basis einer individuellen Psychologie aus Kultur- und Wirtschaftsprobleme darstellen« möchte, um eine frische Ethik »als Vorarbeit einer Sozialumwertung« zu propagieren – ganz so , wie es sich der anarchistische Psychiater Otto Gross 1913 einmal ausgedacht hatte. An diesem Sonntag, dem »Volkstrauertag mit Feuerwasser und Posaunen«, aber wird erstmal die Doppelzeitschrift ab 19 Uhr in der Raucherkneipe Rumbalotte continua, Ecke Metzer Straße/Straßburger Straße vorgestellt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.11.2010, Seite 12, Feuilleton

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