Zum Inhalt der Seite

Anno... 36. Woche

1915, 8. September: Die Internationale Sozialistische Konferenz im Schweizer Zimmerwald endet nach drei Tagen. Die Mehrheit der 38 Vertreter kommunistischer und Arbeiterparteien lehnen Lenins Resolution zur Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg ab. Statt dessen wird für ein Manifest Leo Trotzkis votiert: Die Arbeiterklasse solle in allen Ländern für »unversöhnlichen proletarischen Klassenkampf« eintreten. Nach der Abstimmungsschlappe gründet sich die »Zimmerwalder Linke«.

1940, 6. September: Generalstabschef Ion Antonescu errichtet eine faschistische Diktatur in Rumänien. Anlaß für den Staatsstreich ist die Zustimmung König Carol II. zur Abgabe Nordtranssylvaniens an Ungarn. Hitler besteht aufgrund dieser Abtretung auf die Berufung seines Schützlings, der den König absetzt. Deutsche Militärs reorganisieren die rumänische Armee nach Vorbild der Wehrmacht, deutsche »Instruktionsabteilungen« folgen.

1945, 8. September: US-Truppen landen nach der Kapitulation Japans (14.8.) an der Westküste Koreas. Zuvor hatten sich die Alliierten über die Teilung des Landes in Besatzungszonen am 38. Breitengrad geeinigt. Zu den ersten Maßnahmen der US-Besatzungsmacht gehört die Auflösung der im antijapanischen Widerstand gegründeten Volksausschüsse sowie das Verbot der Volksregierung, die sich in der Zeit zwischen der Kapitulation Japans und der Ankunft der US-Besatzungstruppen als koreanische Machtinstanz gebildet hatte. Auch die koreanische Exilregierung wird von den Amerikanern wegen angeblicher kommunistischer Unterwanderung nicht anerkannt. Sie belassen in ihrer Zone die japanischen Kolonialbeamten als »Sachkenner« im Amt.
Anzeige


1950, 12. September: Die Außenministerkonferenz der drei Westmächte in New York beschließt die Teilnahme eines deutschen Truppenkontingents an einer einheitlichen NATO-Streitmacht. Das Abkommen über bestimmte Beschränkungen für deutsche Rüstungsproduktion wird revidiert. Zugleich genehmigen die Westalliierten die Aufstellung westdeutscher »beweglicher Polizeikräfte«.

1990, 11. September: Von der Sowjetunion im Stich gelassen, versucht Afghanistans Staatspräsident Mohammed Nadschibullah, durch Zulassung politischer Parteien neben der regierenden Demokratischen Volkspartei Afghanistans den Konflikt mit den Mudschaheddin zu entschärfen. Diese verstärken jedoch ihre Kampfhandlungen und beginnen Mitte Oktober eine Offensive auf Kabul.
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2010, Seite 15, Geschichte

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!