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Psychopharmaka: Konsum steigt rasant

Hamburg/Osnabrück. Jedes vierte Kind in Deutschland zeigt nach Angaben von Medizinern psychische Auffälligkeiten. »Psychische Störungen, vor allem psychosomatische Symptome, haben bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren von 20 auf 25 Prozent zugenommen«, sagte der Direktor des Universitätsklinikums Eppendorf, Michael Schulte-Markwort, dem Hamburger Abendblatt (Donnerstagausgabe). Besonders häufig sind den Angaben zufolge Probleme wie Depression, Angst oder Hyperaktivität bei Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen und wenig Bildung. Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Ausgaben für psychische Erkrankungen in Deutschland zwischen 2002 und 2008 drastisch um 22 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Einer Studie der Techniker-Krankenkasse zufolge stieg der Verbrauch an Antidepressiva innerhalb von zehn Jahren um 113 Prozent, wie eine TK-Sprecherin der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte. Die Bundespsychotherapeutenkammer forderte angesichts der Zahlen eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung. Während die Bedarfsplanung in Städten für 2577 Einwohner einen Psychotherapeuten vorsehe, müsse im ländlichen Raum ein Therapeut für 23106 Einwohner ausreichen. (apn/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.08.2010, Seite 4, Inland

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