Zum Inhalt der Seite

Grüne kündigen Widerstand an

Berlin. Bündnis 90/Die Grünen wollen sich gegen die von der CDU/CSU-FDP-Koalition angestrebte Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken wehren. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Jürgen Trittin, kündigte am Montag im ARD-Morgenmagazin an, daß Landesregierungen mit Beteiligung der Grünen ein entsprechendes Gesetz in der Länderkammer blockieren wollen. Spannend sei daher auch der Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9.Mai, betonte Trittin: »Schaffen wir es, dort Schwarz-Gelb zu verhindern, dann wird das sehr schwierig mit den Plänen«.

Die Frage der Laufzeitverlängerung werde auch bei künftigen Landtagswahlen wie beispielsweise im kommenden Jahr in Baden-Württemberg eine wichtige Rolle spielen, betonte Trittin. Es handele sich um eine generelle Auseinandersetzung darüber, ob es in Deutschland Mehrheiten für ein solch riskantes Unternehmen gebe. Die Bundesrepublik exportiere schon heute einen Großteil des erzeugten Stroms, sagte Trittin. Alte Kraftwerke wie Biblis, Brunsbüttel und Neckarwestheim hätten »jedes für sich 400 Störfälle auf dem Buckel«. Eine Laufzeitverlängerung sei daher unverantwortlich.
Anzeige


Die Grünen rufen auch zu Demonstrationen auf, die AKW-Gegner für den 24. April angekündigt haben. Am 26.April 1986 war es im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum Super-GAU gekommen. (ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2010, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!