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Gott zum Gruß

Die FDP macht Klientelpolitik nicht nur für Hoteliers, sondern zum Beispiel auch für betagte Leute, die sich von ihrem vielen Geld den Kinderwunsch nicht erfüllen können. Am Donnerstag erklärte die stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Miriam Gruß der Bild-Zeitung (Onlineausgabe): »Viele Paare hätten gerne Kinder, können aber keine bekommen. Wir brauchen deshalb Erleichterungen bei Adoptionen, beispielsweise höhere Altersgrenzen.« Gesetzlich ist in dieser Sache überhaupt nichts festgelegt. Es gibt allerdings die Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, daß der Altersabstand zwischen Kind und Adoptiveltern in der Regel nicht größer als 40 Jahre sein soll. Die FDP hält nichts von dieser Regel, weil Kinder den Lebensabend ihrer Klientel durchaus bereichern können. Außerdem will Gruß bei künstlichen Befruchtungen ein »späteres Einsetzen der befruchteten Eizelle« ermöglichen. Dafür bräuchte es allerdings neue Gesetze. Aber was ist schon der Schutz des ungeborenen Lebens gegen den Wettbewerb der Standorte in Sachen Reproduktionsmedizin. Fast überflüssig zu erwähnen, daß Gruß das Thema »ideologiefrei« behandelt wissen will. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.01.2010, Seite 12, Feuilleton

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