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Zum Brechen

Georges Frêche, französischer Regionalpolitiker mit einem Hang zu rassistischen Ausfällen, hat dem Magazin L’Express gesagt, der frühere sozialistische Regierungschef Laurent Fabius habe »keine katholische Fresse«; es sei deshalb ein »Problem«, ihn zu wählen. Fabius ist jüdischer Abstammung. Die Chefin der Sozialistischen Partei (PS), Martine Aubry, erklärte am Mittwoch abend, sie sei »empört« über die Äußerung des Lokalpolitikers, der 2007 aus der PS ausgeschlossen worden war, von dieser aber als Präsident der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon geduldet wird. Zu den Regionalwahlen im März hat die PS keine Liste gegen den Rassisten aufgestellt. Am Dienstag will die Parteiführung nun entscheiden, ob sie der von der Basis erhobenen Forderung nachkommt, »endgültig mit Frêche zu brechen« und kurzfristig doch noch Gegenkandidaten zu nominieren. Vor seinem Parteiauschluß hatte der Provinzfürst u.a. den hohen Anteil dunkelhäutiger Spieler in der französischen Fußballnationalelf moniert und Angehörige der ehemaligen algerischen Hilfstruppen im Algerien-Krieg »Untermenschen« und »Stiefellecker der Gaullisten« genannt. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.01.2010, Seite 13, Feuilleton

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