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Neonaziaktionen verurteilt

Halle. Der Zentralrat der Juden hat Neonazidemonstrationen nach dem Gewaltverbrechen an der achtjährigen Michelle scharf verurteilt. Präsidentin Charlotte Knobloch sagte im MDR INFO, den Neonazis sei nichts heilig.

In Leipzig hatten Rechtsextremisten am Montag abend erneut versucht, die Trauer um das vor zwei Wochen getötete Kind zu instrumentalisieren. Nach Polizeiangaben kamen rund 280 Neonazis in der Nähe der Grundschule des Mädchens zusammen. Bereits zuvor hatte es Aufmärsche gegeben, auf denen die »Todesstrafe für Kinderschänder« gefordert worden war.

Unterdessen hat der Bochumer Kriminologe Holm Putzke vor Panikmache gewarnt. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Tötungsfälle mit sexuellem Mißbrauch von Kindern deutlich gesunken, sagte er am Dienstag in einem ddp-Interview. Pro Jahr gebe es in der BRD durchschnittlich drei solcher Verbrechen; in den 90er Jahren seien es noch zwölf gewesen.(AP/ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2008, Seite 4, Inland

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