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29.09.2023 19:30 Uhr

Neue Kräfte freisetzen

Die XXIX. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz macht für jeden erlebbar, was Linke erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln
Von Verlag, Redaktion und Genossenschaft junge Welt
Das Tempodrom im Berliner Stadtteil Kreuzberg wird Veranstaltungsort der Rosa-Luxemburg-Konferenz

Die junge Welt wagt den nächsten großen Sprung. Um zum traditionellen linken Jahresauftakt am Liebknecht-Luxemburg-Wochenende ein besonders kraftvolles Zeichen zu setzen, findet die nächste Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz im »Tempodrom« in Berlin statt. Wir wollen damit neue Maßstäbe setzen, denn dieser Veranstaltungsort bietet deutlich mehr Besucherinnen und Besuchern Platz als die mittlerweile zu kleinen Räumlichkeiten der letzten Jahre.

Der kühne Plan entspringt der politischen Notwendigkeit. Angesichts der Gefahr einer weiteren kriegerischen Eskalation zwischen der NATO und Russland um die Ukraine, aber auch des Säbelrasselns im Südchinesischen Meer, angesichts der längst für die breiten Massen in der BRD schmerzlich im Geldbeutel spürbaren Folgen des westlichen Wirtschaftskrieges gegen China und Russland und des beispiellosen militärischen Aufrüstungsprogramms im Zeichen der »Zeitenwende«, angesichts von neuen Höhenflügen der AfD in Umfragen und wohl bald auch entsprechenden Wahlergebnissen scheint es uns dringend geboten, dass zu Jahresbeginn konsequent linke Kräfte ein deutliches Signal setzen. Und nicht zuletzt soll eine erfolgreiche Konferenz, auf der sich Tausende Gleichgesinnte aus dem deutschsprachigen Raum und anderen Ländern treffen, Mut machen und Kraft spenden. Und zwar unabhängig davon, ob es bis dahin zur Gründung einer neuen linken Partei kommt oder nicht: Konsequent linke Kräfte, die sich auf Marx, Engels und Lenin beziehen, die in den Klassenkämpfen auf der Seite der arbeitenden Menschen stehen, können nur wirkmächtig sein, wenn sie zusammenfinden und selbst handeln – am besten gemeinsam. Auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz soll das ganz praktisch erlebbar sein.

Dass es notwendig geworden ist, für diese Zwecke eine deutlich größere Spielstätte anzumieten, ist deshalb ein gutes Zeichen. Jetzt brauchen wir dringend Unterstützung bei der Mobilisierung und für die Finanzierung der Veranstaltung: Gemeinsames Handeln ist also schon vor der Konferenz dringend nötig! Das Tempodrom im Stadtteil Kreuzberg gehört heute zu den bekanntesten Veranstaltungsorten in Berlin. Es blickt auf eine über 40jährige Geschichte zurück, die 1980 mit einem Zirkuszelt am Potsdamer Platz nahe der Grenze zur Hauptstadt der DDR begann. Später zog die alternative Veranstaltungs­stätte mit ihren beliebten Umsonst-und-draußen-Angeboten in den Tiergarten. Von dort wurde das Tempodrom allerdings vertrieben, als in den 90er Jahren das pompöse Regierungsviertel neu gebaut wurde. Bundeskanzler Helmut Kohl fühlte sich durch das Zelt nahe dem Kanzleramt gestört und empfand die Konzertbesucher als Sicherheitsrisiko. Schließlich wurde im Jahr 2001 das neue Tempodrom eröffnet – nunmehr als futuristischer Saalbau, dessen kühne Spitzdachkonstruktion das Motiv des ursprünglichen Zirkuszeltes aufgriff, auf dem Gelände am ehemaligen Anhalter Bahnhof. Seither fanden viele hundert Konzerte und andere Events im Tempodrom statt. Wir denken, damit einen angemessenen Ort für die Rosa-Luxemburg-Konferenz an zentraler Stelle in der Hauptstadt gefunden zu haben.

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