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21.01.2008
- → Feuilleton
Horst Männchen tot
Wie erst jetzt bekannt wurde, starb am 12. Januar Horst Männchen, der frühere Chef der Funkaufklärung der DDR-Staatssicherheit, im Alter von 72 Jahren. 1971 war er mit der Leitung der Abteilung betraut worden, aus der später die HA III (Funkelektronische Abwehr und Aufklärung) hervorging. Er führte sie, 1979 zum Generalmajor ernannt, bis zu ihrer Auflösung im Dezember 1989. Männchen kam aus der Pirnaer Gegend, machte 1953 das Abitur und kam 19jährig zum Ministerium für Staatssicherheit. In den 60er Jahren absolvierte er ein Ingenieurstudium für Hochfrequenztechnik, danach eines an der Juristischen Hochschule in Potsdam-Eiche, wo er 1974 auch zum Dr. jur. promovierte. Viele Erfolge der HVA waren der Funkaufklärung zuzuschreiben. Die HA III knackte u.a. das Glasfaserkabel, das im Westen als absolut sicher galt, ebenso wie das Mobilfunksystem D1.
Er gehörte zum Autorenkreis des 2003 erschienenen Zweibänders »Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS« (edition ost). Kamen die Autoren zusammen, saß er meist schweigend dabei. Doch wenn er sich mal zu Wort meldete, hielten alle inne und hörten aufmerksam zu.
Am 2. Februar, 11 Uhr, wird die Trauerfeier in der Gedenkstätte der Sozialisten zu Berlin stattfinden. (ra)
Er gehörte zum Autorenkreis des 2003 erschienenen Zweibänders »Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS« (edition ost). Kamen die Autoren zusammen, saß er meist schweigend dabei. Doch wenn er sich mal zu Wort meldete, hielten alle inne und hörten aufmerksam zu.
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Am 2. Februar, 11 Uhr, wird die Trauerfeier in der Gedenkstätte der Sozialisten zu Berlin stattfinden. (ra)
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