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Prozeß wegen Friedhofsschändung

Colmar. Mehr als vier Jahre nach der Schändung eines jüdischen Friedhofs im Elsaß (Frankreich) hat am Montag in Colmar der Prozeß gegen die drei mutmaßlichen Täter begonnen. Den Männern wird vorgeworfen, am 30. April 2003 117 der 400 Grabsteine des alten jüdischen Friedhofs von Herrlisheim bei Colmar beschädigt oder mit Hakenkreuzen und Naziparolen beschmiert zu haben. Alle sind geständig. Der mutmaßliche Rädelsführer wollte seinem Anwalt zufolge mit dem Anschlag an das Datum von Hitlers Selbstmord 1945 erinnern. Gegen den Elsässer laufen außerdem Ermittlungsverfahren wegen der Ermordung eines Marokkaners und eines Sprengstoffanschlags auf einen anderen Araber, der dabei verletzt wurde. Außerdem wird dem 37jährigen vorgeworfen, öffentliche Gebäude, Brücken und Kunstwerke mit Hakenkreuzen und rassistischen Slogans verunstaltet zu haben. Der Mann, von Kollegen als ruhig und unauffällig beschrieben, wurde Anfang 2006 festgenommen.

Den Angeklagten drohen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu fünf Jahre Haft und Geldbußen von insgesamt 75000 Euro.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2007, Seite 15, Antifaschismus

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