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Ritter Rushdie

Der Schriftsteller Salman Rushdie darf sich künftig »Sir« nennen: Der Autor der »Satanischen Verse«, der am Dienstag 60 wird, wurde am Samstag von Queen Elisabeth II zum Ritter geschlagen. Und zwar im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten zu deren 81. Geburtstag. Der Iran protestierte gegen den Ritterschlag. Die Entscheidung sei eine Beleidigung für die muslimische Welt, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Sonntag. Die Ehrung des Autors, der in der muslimischen Gesellschaft zu den verhaßtesten Persönlichkeiten zähle, sei ein »Beleg für die anti-islamische Haltung führender britischer Beamter«. Eben solche Beamte hatten Rush­die zehn Jahre lang versteckt, nachdem Ajatollah Chomeini 1989 ein Todesurteil wegen der als Gotteslästerung eingestuften »Satanischen Verse« erlassen, auf Rushdies Kopf drei Millionen Dollar Preisgeld ausgesetzt und die Moslems in aller Welt zur Vollstreckung aufgefordert hatte. Die iranische Regierung erklärte 1998, sie unterstütze die sogenannte Fatwa nicht mehr, könne sie aber nicht aufheben. Übrigens wurde am Samstag auch Joe Cocker zum Ritter geschlagen. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2007, Seite 12, Feuilleton

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