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Diskussion über EU-Weinreform

Stuttgart. Die von der EU-Kommission geplante Weinmarktreform stößt weiter auf Kritik. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (Foto) verwahrte sich am Montag in Stuttgart erneut gegen den Vorstoß von Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel, den Zusatz von Rübenzucker beim Gärungsprozeß zu verbieten. Er habe aber die Hoffnung, daß man sich in dieser Frage verständige, sagte der CSU-Politiker.

Die Weinbauern in nördlichen Anbaugebieten benutzen für den Gärungsprozeß traditionell Rübenzucker, während in den südlichen Ländern ein Traubenmost-Konzentrat zugesetzt wird. Die Herstellung des letzteren wurde bislang von der EU bezuschußt, weil Most teurer ist als Zucker. Fischer Boel will nun die Subvention für Most streichen und gleichzeitig die Verwendung von Zucker verbieten, was nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich auf Protest stößt. Die südlichen Anbauländer stellen sich aus anderen Gründen gegen die Reformpläne: Fischer Boel will früheren Angaben zufolge die Winzer mit Prämien dazu bewegen, einen Teil der Anbauflächen ganz aufzugeben. Ihr Ziel ist die Stillegung von 400000 Hektar über einen Zeitraum von fünf Jahren.
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(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.04.2007, Seite 9, Kapital & Arbeit

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