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Al Masri: BND war schlecht informiert

Berlin. Der frühere BND-Chef August Hanning und der damalige Geheimdienst-Koordinator im Kanzleramt, Ernst Uhrlau, haben am Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuß eine frühe Kenntnis der Bundesregierung von der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled Al Masri bestritten. Uhrlau sagte, Kanzleramt und Bundesnachrichtendienst hätten erst nach der Rückkehr Al Masris von Festnahme und Gefangenschaft erfahren. Uhrlau hob ebenso wie zuvor Hanning hervor: »Der BND war in keiner Weise an der Festnahme des Khaled Al Masri beteiligt.« Der BND habe auch keine Informationen über ihn an die Amerikaner weitergegeben oder Al Masri in Mazedonien oder Afghanistan befragt. Die von Al Masri genannte deutsch sprechende Person »Sam«, die ihn in Afghanistan aufgesucht haben soll, sei sicher nicht vom BND gewesen.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.12.2006, Seite 1, Inland

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