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Kunstklau I

Der spektakuläre Kunstraub aus der Eremitage in St. Petersburg war offenbar ein Werk der Familie der verstorbenen Museumskonservatorin. Unter den drei Festgenommenen befindet sich der Ehemann von Larissa Sawadskaja und der Sohn des Ehepaars. Der Ehemann, Nikolai Sawadski, stehe unter Anklage. Bei einer Hausdurchsuchung wurden etwa hundert Pfandleihscheine gefunden. Der 54jährige habe Schmuckstücke verkauft.

Larissa Sawadskaja war im Herbst 2005 im Alter von 46 Jahren plötzlich verstorben, woraufhin das Schmucklager der Eremitage versiegelt wurde. Der Nachfolger der Konservatorin stellte erst bei einer routinemäßigen Inspektion nach dem Aufbrechen der Siegel fest, daß 221 Stücke aus der Sammlung fehlten. Das Museum beziffert ihren Wert auf umgerechnet 3,9 Millionen Euro. Bei Auktionen könnten die Stücke Schätzungen zufolge bis zu hundert Millionen Dollar erzielen.
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Ein Polizeisprecher sagte, noch sei nicht klar, welche Rolle Sawadskaja in der Kunstraubserie gespielt habe. Die Umstände ihres Todes spielten bei den Ermittlungen jedoch keine Rolle. Sie sei an Herzversagen gestorben. Von den 221 verschwundenen Kunstgegenständen tauchten bis Montag acht wieder auf. Die Eremitage von St. Petersburg ist mit einem Fundus von mehr als zweieinhalb Millionen Kunstwerken eines der größten und wichtigsten Museen der Welt.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.08.2006, Seite 13, Feuilleton

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