Zum Inhalt der Seite

Auf den Hund

Religion heute

Madonna hat ihre neue Welttournee begonnen. Ein Lied lang hängt sie am Kreuz, mit einer Dornenkrone auf dem Kopf. Bill Donohu, Präsident der Katholischen Liga, forderte am Montag, die Show-Einlage aus dem Programm zu nehmen.

Vor der Vermarktung um Beistand von oben müht sich dagegen Jean-Claude LaMarre, Regisseur des ersten Hollywood-Jesus-Films mit einem schwarzen Hauptdarsteller. »Color of the Cross« heißt der Film, der zur Zeit auf dem Filmmarkt in Cannes feilgeboten wird. LaMarre: »Wir werden versuchen, den Segen des Papstes für diese Darstellung zu erhalten«.

Rückendeckung von Benedikt XVI. erhielt indessen ein von der bayerischen Freistaatsregierung zum Abschuß freigegebener Braunbär. Der Papst persönlich habe »mit hoher Autorität das Heimatrecht des Bären in Bayern neu bekräftigt«, heißt es in einer Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats München vom Dienstag.
Anzeige


Der erste Bär in freier, deutscher Wildbahn seit 171 Jahren war Ende vergangener Woche von Österreich über Bayern gekommen.

In Finnland, wo etwa 800 Bären frei rumlaufen, hat eine 21jährige Spaziergängerin am Sonntag einer angriffslustigen Braunbärin zwei Fußtritte gegen die Nase verpaßt. Die trollte sich daraufhin. Und in Berlin-Staaken erschoß am Montag abend ein Polizeibeamter einen schwerverletzten Hund. Womit wir wieder in den USA wären, wo der Komiker Penn Jillette die Wahl des Namens für sein zweites Kind, Zolten, so begründete: »Es ist der Mädchenname meiner Frau und – was das Wichtigste ist – der Name von Draculas Hund.«

(AFP/AP/ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 24.05.2006, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!