Zum Inhalt der Seite

Zensur, Zensur

Diese Meldung wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: Heute ist der »Internationale Tag der Pressefreiheit«. Zu diesem Anlaß stellte die Journalistenorganisation »Reporter ohne Grenzen« ihren Jahresbericht 2005 vor. Neben dem üblichen bürgerlichen Wehklagen über »Zensur« in Kuba, Rußland, Belorußland wird festgestellt, daß 2005 63 Journalisten ums Leben kamen, die meisten im Irak. Mit über 1 000 Medien wurden weltweit 60 Prozent mehr als im Vorjahr zensiert und verboten. Allein in den ersten vier Monaten 2006 wurden schon 16 Journalisten wegen oder während ihrer Arbeit getötet, 119 sind derzeit hinter Gittern. Der Irak bleibt das gefährlichste Land für Journalisten. Seit Kriegsbeginn im März 2003 starben dort 87 Journalistinnen und Journalisten; in diesem Jahr allein sechs. Bei der Internetkontrolle würden besonders China, Vietnam und Tunesien auf ausgeklügelte Filter- und Überwachungssysteme zurückgreifen, wobei sie von westlichen Firmen unterstützt würden.

(ots/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.05.2006, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!