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Anschlag auf Susanne Osthoff?

München. Die aus Geiselhaft im Irak befreite Archäologin Susanne Osthoff ist in Bahrain offenbar Opfer eines mysteriösen Verkehrsunfalles geworden. Nach einer am Donnerstag vorab veröffentlichten Mitteilung des ARD-Magazins report München wurde sie von einem Auto angefahren und an Schulter und Beinen verletzt. Sie habe Knochenbrüche erlitten, sei aber nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Die Nachricht stamme aus »zwei voneinander unabhängigen Quellen«, teilte die Redaktion auf jW-Anfrage mit. Eine davon wurde mit den Worten zitiert: »Wir haben mit Frau Osthoff absolutes Stillschweigen vereinbart, sie muß geschützt werden.« Nach der Ehrenerklärung der Bundesregierung, sie habe ihre Entführung nicht selbst inszeniert, wolle sie sich nicht mehr in den Medien äußern. Sie werde auf unabsehbare Zeit nicht nach Deutschland zurückkehren.

Für die Freilassung Osthoffs soll die Bundesregierung nach unbestätigten Meldungen fünf Millionen Euro Lösegeld gezahlt haben. Laut Medienberichten soll sie im Irak Kontakte zum US-amerikanischen Geheimdienst CIA und zu seinem deutschen Pendant BND gehabt haben.

(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.01.2006, Seite 2, Inland

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