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Bolsonaro aus Brasilien geflohen
Brasília. Trotz eines Ausreiseverbots hat der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro das Land am Dienstag verlassen. Der ultrarechte Politiker steht im Visier der brasilianischen Justiz. Sie ermittelt gegen ihn wegen mutmaßlicher Geldwäsche, unter anderem im Zusammenhang mit Onlinesportwetten. Bolsonaro weist die Vorwürfe zurück. Bis zum 31. Januar 2027 amtiert er noch offiziell als Senator und wäre aufgrund seiner Immunität vor einer Festnahme geschützt.
Am Montag hatte Brasiliens Oberster Gerichtshof allerdings ein Ausreiseverbot gegen den 45jährigen erlassen. Das Gericht ordnete zudem die Abgabe seines Passes innerhalb von 24 Stunden an. Dem kam Bolsonaro aber nicht nach. Nach seiner Wahlniederlage am Sonntag hatte der Präsidentschaftskandidat noch erklärt, er werde das Dokument abgeben und sich gegen die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Maßnahme wehren. Auch wollte er das Wahlergebnis von Sonntag anfechten, das seine Liberale Partei inzwischen anerkannt hat.
Bolsonaro verließ das Land auf dem Landweg nach Argentinien, wie die dortigen Behörden mitteilten. Dann sei er mit dem Flugzeug über Ecuador nach Miami in die USA weitergereist. Die USA haben Bolsonaro und seiner Familie laut dpa Visa zugesagt. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva übte scharfe Kritik an der Flucht seines Rivalen: »Wer nichts zu verbergen hat, muss nichts fürchten«, sagte der Staatschef, der die zweite Runde der Präsidentenwahl am Sonntag mit 51,8 Prozent gewonnen hatte, während Bolsonaro auf 48,2 Prozent kam. (dpa/jW)
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