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Ein Jahr tödlicher Frieden
Gaza: Israel fährt Angriffe hoch. Human Rights Watch prangert andauernden Völkermord an
Pünktlich zum Jahrestag des Inkrafttretens vom sogenannten Friedensplan für Gaza hat Israel seine Angriffe auf die palästinensische Enklave am Wochenende hochgefahren. Nach einer Evakuierungsaufforderung warfen die israelischen Streitkräfte Bomben auf Wohnhäuser nahe Gaza-Stadt ab, machten sie dem Erdboden gleich und versetzten die Menschen in Panik. Mindestens fünf Menschen wurden bei den Luftangriffen getötet. Schon am Freitag und Donnerstag hatten medizinische Quellen und Zivilschutz mindestens acht Tote im gesamten Gazastreifen gemeldet. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza vom Sonntag wurden damit seit der vermeintlichen Waffenruhe 1.488 Menschen durch Angriffe und Beschuss der israelischen Streitkräfte getötet und 5.281 weitere verletzt.
Und das Töten geht weiter: Am späten Sonntag abend wurden drei Menschen Sanitätern zufolge bei einem Luftangriff auf ein Zelt bei Khan Junis getötet. In beiden Fällen richteten sich die Angriffe nach Angaben des israelischen Militärs gegen militante Kämpfer in der Gegend, berichtete die Times of Israel. Am Montag morgen gab es palästinensischen Medienberichten zufolge zwei Tote bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen; das Militär erklärte, es habe Terroristen angegriffen, die Ergebnisse des Angriffs würden derzeit ausgewertet. Ein weiterer Verdächtiger sei getötet worden, da er die sogenannte Gelbe Linie überschritten und eine »unmittelbare Bedrohung« dargestellt habe.
Wie die Organisation Human Rights Watch in ihrem Zustandsbericht zu einem Jahr »Waffenruhe« am Sonnabend jedoch festhielt, verschiebt Israel die »Gelbe Linie« weiterhin nach Westen über die in dem vor einem Jahr im Abkommen vereinbarten Grenzen hinaus. Das Gebiet innerhalb umfasse mittlerweile etwa 64 Prozent des Gazastreifens, »wodurch die 2,1 Millionen Menschen im Gazastreifen auf einen immer kleiner werdenden Landstreifen eingepfercht werden«. Darüber hinaus »verletzen israelische Streitkräfte weiterhin Zivilisten und verweigern den Palästinensern im Gazastreifen ausreichende Nahrungsmittel, Hilfsgüter und Wasser«, so Human Rights Watch weiter.
Israels Völkermord und Verbrechen gegen die Menschheit hätten während der gesamten Dauer des Waffenstillstands angehalten. Die Organisation fordert andere Länder dazu auf, »unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten zu schützen und sicherzustellen, dass ein auf den Menschenrechten basierender Wiederaufbau« beginnen könne. »Die Außenwelt mag der gefährlichen Illusion unterliegen, dass sich das Leben in Gaza wieder normalisiert, doch die Realität sieht ganz anders aus«, sagte Sarah Sanbar, Forscherin für Israel und Palästina bei der Organisation. »Es ist alles andere als normal, unter Beschuss in einem Zelt zu leben, ohne genügend Nahrung oder Trinkwasser für die eigene Familie.«
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