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Nach den Wahlen: Ahlen

CDU
Foto: Stefan Boness/IPON

Als der Begriff »Influencer« als Fachterminus für affektive Selbstdarstellung auf Youtube den allermeisten Menschen noch ein Fremdwort war, kündigte ein noch junger Mann mit blauen Haaren ebendort die Zerstörung der CDU an. Die Klientel der Union war kurz irritiert, aber 2019 waren die hausinternen Sorgen noch nicht so groß. Heute besorgt die CDU ihre Zerstörung am wirkungsvollsten selbst. Und Medien auf der Suche nach den Ursachen entdecken bei der Partei plötzlich eine Leerstelle.

Roman Pletter fragt im Leitartikel der Zeit: »Wieviel Otto von Bismarck steckt in Friedrich Merz?« Die AfD hätte da sicher eine klare Antwort, doch um deren Blut-und-Eisen-Gewürge soll es hier nicht gehen, sondern um die Sache mit den Sozialversicherungen. Denn Pletter hat entdeckt: »Die soziale Frage« ist zurück. War sie denn je weg? Der Kanzler jedenfalls sei in eine »Gerechtigkeitslücke« hineingefallen, »die ihm nun das Leben schwer macht«.

Eine Seite weiter in der dicken, liberalen Wochenzeitung präsentiert Bernd Ulrich auf einer ganzen Seite den künftigen Nachfolger an der Spitze der Union. Johannes Winkel, 34, Vorsitzender der Jungen Union, stimmt »der These, dass möglicherweise gerade die CDU stirbt, äußerlich ungerührt, erst mal zu«. Will aber nicht ihr Totengräber, sondern ihr Wiederauferstehungsmanager sein. Winkel, »tiefreligiös«, stammt »aus der katholischen, sehr sozial eingestellten Kolping-Bewegung, er ist als einer von wenigen in der CDU/CSU-Fraktion kein Mitglied der Mittelstands-und Wirtschaftsunion«. Damit ist der Ton gesetzt.

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Richtig, der Laden heißt ja Christlich Demokratische Union Deutschlands. Oliver Weber beklagt in der FAZ eine »intellektuelle Leere der CDU«. Denn die Christdemokratie sollte »das eigentliche intellektuelle Kapital der Unionsparteien bilden, nicht das ›Konservative‹ und auch nicht ›die bürgerliche Mitte‹. Die Christdemokratie gehört zu den erfolgreichsten politischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts.« Frage: »Versteht die Union diese Ziele noch?«

Die ja im wesentlichen die der katholischen Soziallehre sind, deren maßgeblicher Zweck die Bekämpfung der revolutionären Arbeiterbewegung war. Aber selbst dort lebten kurz einmal programmatische Ansätze auf, die heute als Ausgeburt eines sozialistischen Gottseibeiuns gelten. Heribert Prantl nämlich erinnert in der Süddeutschen Zeitung die in ihrer »FDPisierung weit vorangekommene« CDU an ihr Ahlener Programm aus dem Jahr 1947, worin die Vergesellschaftung »als ein probates Mittel« für die »Bedarfsdeckung des Volkes« ausgemacht worden war. Und schreibt ihr ins Stammbuch: »Wohnen ist ein Menschenrecht. Eine Volkspartei macht sich das zur Devise und sorgt per Gesetz dafür, dass Wohnen, Mobilität und Energie in den Großstädten bezahlbar werden.« (brat)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2026, Seite 2, Ansichten

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  • B.S. aus Ammerland 4. Okt. 2026 um 21:28 Uhr
    Das gesamte CDU = Chaos Durch Unfähigkeit, also die, wie beschrieben, Eisen-und-Blut-Riege, geht ihrem wohlverdienten Ende entgegen. Einzig ein wenig Krieg, so hoffen die »WadehaddeDuddeDa«-Apostel könnte ihren Untergang verhindern. Weit gefehlt, aber der »Kanzler der Ukraine« hat das Volk besucht, was unsere Steuergelder verschleudert, zwar kaufen sie Waffen aus deutschen Waffenschmieden, aber das Geld dafür ist deutsches Steuergeld. Dafür hat der Kanzler der Ukrainer endlich »sein Volk« gefunden … Keine Klagen, nur Zuspruch. Einfach herrlich. Mein Vorschlag: einfach umziehen! Nur zu Hause darf weiter gehungert, gefroren und gelitten werden, sei es weil keine bezahlbare Wohnung gefunden wird, die Mieten Monaco-Dimensionen annehmen, die Firma in die Insolvenz getrieben wurde, die Spritpreise zu hoch sind, die Mineralölsteuer für die Aufrüstung und den Krieg gegen Russland verpulvert wird. Und immer mit dabei die »Hugenberg-Presse der BRD«, unterstützt von ARD und ZDF inkl. DLF. Das Ahlener-Programm der CDU war damals schon als Lockmittel für Wähler gewählt worden. Denn bereits kurz nach Veröffentlichung fanden die alten und verschonten NS‑Eliten zusammen mit den angloamerikanischen Besatzern einen Weg, dieses Programm zu Fall zu bringen. Der Rest ist bekannte »BRD-Steinmeier-Propaganda« von Feinsten.
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