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Nur Rüstung boomt
Wirtschaftsforscher stellen Prognose vor
Die BRD-Wirtschaft stützt sich in diesem und den Folgejahren auf die Rüstungskonjunktur – nach Jahren der Rezession und Stagnation. Als weitere Wachstumsfaktoren kommen vermehrte Exporte dazu, analysieren fünf Forschungsinstitute in ihrer gemeinsamen Herbstprognose vom Donnerstag. Mit 1,3 Prozent mehr Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr, 1,1 Prozent mehr im Jahr 2027 und 0,7 Prozent mehr in 2028 sei zu rechnen, so die Konjunkturgurus auf einer Pressekonferenz in Berlin. Damit korrigieren sie ihre Vorhersage für 2026 aus dem Frühjahr um 0,7 Prozentpunkte nach oben sowie um 0,2 Prozentpunkte mehr für 2027.
Im Herbst 2026 sei die Weltkonjunktur weiter im Aufwind, besonders wegen des KI-Booms in den USA und Asien. »In vielen Ländern stützt außerdem ein Anstieg der Verteidigungsausgaben die Nachfrage«, heißt es in dem gemeinsam veröffentlichten Papier von DIW, Ifo-Institut, Kiel-Institut, IWH und RWI. Der Wachstumsmotor hierzulande im vierten Quartal seien »die robuste Nachfrage aus dem Ausland sowie steigende öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur«. Denn im dritten Vierteljahr hatte die Konjunktur wegen des Niedrigwassers in den Flüssen nur um 0,1 Prozent zum Vorquartal angezogen. Besonders die umsatzstarke Chemieindustrie hatte hier mit unterbrochenen Lieferketten zu kämpfen. Mit steigenden Pegeln sei wieder mit einer Normalisierung und mit Nachholeffekten zu rechnen.
Der »Energiepreisschock« in Folge des Iran-Kriegs habe die deutsche Ökonomie »zwar gebremst«, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl seien »bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen«, so die Forscher in ihrem 88seitigen Gutachten. Insgesamt sei die Wirtschaftsleistung in den vergangenen drei Quartalen beschleunigt gestiegen und liege nun »erstmals wieder über dem Niveau, das 2022 vor Ausbruch der damaligen Gaspreiskrise erreicht worden war.« Damals drehte Russland den Gashahn zu, ehe die Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee von Saboteuren gesprengt wurde.
Für 2027 prognostizieren die Ökonomen, dass sich die Erholung fortsetze und vor allem »von der inländischen Verwendung getragen« werde. Der private Konsum würde mit den real verfügbaren Einkommen moderat zulegen und die Wohnungsbauinvestitionen zögen allmählich an. Die Verlangsamung 2028 rühre daher, dass dann der Fiskus seine Schatullen nicht mehr ganz so weit öffne.
Aber: »Der Aufschwung bleibt im Vergleich zu früheren Zeiten ungewöhnlich schwach.« Besonders weil die Zahl der Erwerbstätigen schrumpfe und die Industrie nicht genügend in neue Anlagen investiere. Und: »Am Arbeitsmarkt kommt die Erholung nur verzögert an.« Die Erwerbslosenquote könne von nun 6,4 Prozent auf 6,2 Prozent 2027 und 5,8 Prozent 2028 sinken.
Die Neuverschuldung des Staates werde sich von 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr auf 4,7 Prozent im Jahr 2028 erhöhen. Dennoch betrug die gesamte Staatsverschuldung 2025 nur 62,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit im Mittelfeld
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