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Lyrische Hausapotheke

Herbstliches Rondell

nach Georg Trakl

Noch bricht ein Leuchten durch den Wolkenreigen.

Ein blaues Wild im morschen Laube wittert

des frühen Todes Nähe in verfall’nen Zweigen.

Ein blaues Wild im morschen Laube wittert –

noch bricht ein Leuchten durch den Wolkenreigen

*

Die Wiese liegt im kränklich gelben Dämmer

des Abendlichts auf braun’ und gold’nen Halmen,

bis Glocken dumpf um Mitternacht den Traum zermalmen

des Abendlichts auf braun’ und gold’nen Halmen.

Die Wiese liegt im kränklich gelben Dämmer.

*

Der Tage Puls durch weiße Adern ödet.

Fremd schweigt ein klammes Antlitz und verblödet

im Hain verweht des irren Wand’rers flüchtige Gestalt.

Fremd schweigt ein klammes Antlitz und verblödet

der Tage Puls durch weiße Adern ödet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2026, Seite 11, Feuilleton

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