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Sportsfreunde des Tages: Deutsche Finanzbeamte

Von Amelie E. Höcker
Foto: Lackovic/IMAGO
In so einem Sportgerät gleiten die Staatsdiener über das Wasser

In Deutschland soll mehr gearbeitet werden, lautet der Tenor der Bundesregierung. Gleichzeitig muss man aber schauen, wie man vor lauter Arbeit nicht den Verstand verliert und einen Ausgleich findet. Wie das aussehen kann, machten die Staatsdiener der deutschen Finanzämter am Freitag in Leipzig vor. Die hatten sich nämlich überlegt, dass Arbeit am Freitag auch mal durch sportliche Ertüchtigung ersetzt werden kann, und haben sich in ihre Drachenboote gesetzt, um herauszufinden, wer am schnellsten paddelt. 22 Teams aus ganz Deutschland traten an, bei Redaktionsschluss war nicht klar, ob die die Leipziger »Saxtaxdragons«es schaffen würden, sich wie im letzten Jahr gegen die Konkurrenz »FA München Abt. IV, ›Die Unbestechlichen‹« und die »Thüringer Finanzmatrosen, Finmin« durchzusetzen.

Zum Deutschlandturnier im Drachenbootrennen der Finanzämter richtete sogar der sächsische Finanzminister Christian Piwarz von der CDU ein Grußwort an die Teilnehmer, heißt es auf der Instagram-Seite der Veranstaltung. Zuschauen konnte jeder, der Lust hatte. Das Rennen sei »für Teams, Fans und alle, die gute Stimmung lieben«. Da ist es doch praktisch, dass die Frist für den Lohnsteuerjahresausgleich schon seit Ende Juli abgelaufen ist und sich niemand mehr mit dem Elster-Formular herumschlagen muss.

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Für alle Wasserscheuen fand bereits im August die Deutsche Bowlingmeisterschaft der Finanzämter in Berlin statt. Im letzten Jahr gab es in Augsburg sogar ein großes Turnier mit elf Sportarten. Ob Siegerprämien als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen und ob die Turniere während der Arbeitszeit stattfinden, geht aus den FAQs auf der Website allerdings nicht eindeutig hervor. Aber wer den ganzen Tag damit beschäftigt ist zu prüfen, ob die steuerpflichtigen Einnahmen der Deutschen dem Bundeshaushalt für die Aufrüstung zur Verfügung stehen, hat auch mal eine Auszeit verdient. Sport frei!

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2026, Seite 3, Ansichten

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