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Welche Errungenschaften trägt Kuba in die Welt?
Am Sonnabend beginnt in Berlin die Protestwoche gegen die US-Blockade der Insel, erklärt Jutta Kausch-Henken
Nach Vorwürfen iranischer Drohnenkäufe, chinesischer Spionagezentren und Söldner im Ukraine-Krieg sucht Washington nach immer neuen Szenarien, um Kuba als Bedrohung der »nationalen Sicherheit« darzustellen und die völkerrechtswidrige Blockade der Insel zu rechtfertigen. Was können wir dem hierzulande entgegensetzen?
Trump will das kubanische Volk aushungern, das nun schon seit 67 Jahren unter der US-Blockade leidet. Wir müssen dafür sorgen, dass das hier in der Öffentlichkeit überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Durch die ganzen anderen Kriegsschauplätze auf der Welt ist Kuba in der öffentlichen Wahrnehmung nur ein Randproblem.
Deswegen startet am Sonnabend, dem 12. September, bis Sonnabend, den 19. September, eine Protestwache vor der US-amerikanischen Botschaft, die wir 24 Stunden am Tag besetzen. Dort findet ihr Informationen zu Kuba, ein abwechslungreiches Kulturprogramm und auch Aktionen gegen diese verbrecherische Politik. Der US-Imperialismus darf nicht siegen! Wir wollen den USA direkt vor der Haustür ihrer Vertretung die Stirn bieten.
Die Kuba-Solidarität bündelt also ihre Kräfte. Was genau ist geplant?
Wir eröffnen die Woche am Sonnabend mit einer Fahrraddemo. Diese findet traditionell vor der jährlichen UN-Vollversammlung statt, bei der eine Resolution vorgelegt wird, die die US-Blockade gegen Kuba verurteilt. Seit der ersten Abstimmung 1992 sprach sich die überwiegende Mehrzahl der Länder immer für die Aufhebung der Sanktionen gegen Kuba aus.
Um 12 Uhr treffen wir uns zu einer Solidaritätskundgebung vor der kubanischen Botschaft in der Stavanger Straße 20 mit Musik von Bombarlé und radeln zum Auswärtigen Amt. Mit Reden von Uwe Hiksch von den Naturfreunden und José Conde von Estrella de Cuba werden wir mit einer kleinen Kunstaktion bildlich deutlich machen, wer alles diese Blockade mitverurteilt. Wir werden Wadephul auffordern, seinen Auftrag als »Chefdiplomat« unseres Landes ernst zu nehmen, statt öffentlich zu äußern, es gäbe keine Blockade gegen Kuba. Dann radeln wir weiter bis zur US-Botschaft am Brandenburger Tor. Dort machen wir noch mal eine Kundgebung und reißen symbolisch die Blockade ein. Daraufhin beginnt die eigentliche Protestwoche.
Welche Errungenschaften der Revolution trägt Kuba in die Welt?
»Wir geben nicht nur das, was wir übrig haben, sondern wir teilen, was wir haben«, sagte Fidel Castro. Das beschreibt das Credo Kubas. Seit die Revolution gesiegt hat, stand Kuba immer solidarisch zu unterdrückten Völkern. Nach der Revolution gab es eine hervorragende Alphabetisierungskampagne. Kubas Ärztebrigaden sind weltweit bekannt. Während der Coronapandemie sind sie nach Italien gereist und haben dort die medizinische Hilfe angeboten, die die entwickelten kapitalistischen Länder nicht mehr in der Lage waren zu geben.
Kuba hat nie ein Land angegriffen. Die Inselrepublik verfügt über eine wirklich vorbildliche Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung. All diese Errungenschaften sind im Moment in Gefahr.
Wenige Tage nach Beginn seiner zweiten Amtszeit setzte US-Präsident Donald Trump Kuba erneut auf die Liste der »Staatlichen Förderer des Terrorismus«. Die Verschärfungen der Blockade treffen die Insel hart. Woran fehlt es im Alltag?
An allem. Dadurch, dass die USA versuchen, den Handel mit Kuba zu unterbinden, fehlt es tatsächlich an allem. Elektrizität ist ein Riesenproblem. Kuba bemüht sich sehr, die Solarindustrie auszubauen, soweit es unter diesen brutalen Sanktionen möglich ist. Es fehlt an Öl. Die Kubaner haben nicht genug Energie, das hat Auswirkungen auf das ganze Leben, sowohl auf das persönliche als auch auf die Wirtschaft. Die medizinische Versorgung und Krankenhäuser, die Schulen – alles ist davon betroffen.
Kuba nimmt friedenspolitisch eine Vorreiterrolle in der Welt ein, doch auch ein militärischer Angriff der USA scheint nicht ausgeschlossen. Wie können wir hier darauf aufmerksam machen?
Jeder Tag der Protestwoche steht unter einem thematischen Schwerpunkt, wie Medien, Energie, Gesundheit, Jugend und weiteren. Ab 18 Uhr finden Vorträge, Diskussionsrunden und Konzerte statt. Alles im Namen der Kubanischen Revolution. Kommt vorbei!
Jutta Kausch-Henken ist Schauspielerin und Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft Berlin–Kuba.
→ Mehr Informationen unter www.unblock-cuba.org
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