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Popkultur

Das Spiel ist aus

30 Jahre nach dem Mord an dem Rapper Tupac Shakur (»California Love«, »Hit ’Em Up«) ist ein früherer Bandenchef verurteilt worden. Die Geschworenen eines Gerichts in Las Vegas sprachen den früheren Boss der Gang South Side Compton Crips, ­Duane »Keffe D« Davis, am Montag (Ortszeit) nach nur wenigen Stunden Beratung wegen Mordes schuldig. Ihm droht damit lebenslange Haft, das Strafmaß soll am 13. Oktober verkündet werden. Davis sei des Mordes mit einer tödlichen Waffe schuldig, so die Jury. Damit droht dem 63jährigen lebenslanges Gefängnis ohne die Möglichkeit einer bedingten Haftentlassung. Nach dem Schuldspruch wandte Davis sich an Richterin Carli Kierny und kündigte an, in Berufung zu gehen. Der Mord an Shakur gehört zu den berühmtesten ungelösten Verbrechen in den USA; der mit Spannung erwartete Prozess hatte im August begonnen. Shakur war im Alter von 25 Jahren in Las Vegas erschossen worden – im Zuge der so erbitterten wie hochgradig albernen Fehde zwischen HipHop-Musikern und Rappern von der West- und der Ostküste der USA. In dem Prozess gegen Davis ging es vor allem um die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean »Diddy« Combs gegründeten Ostküstenplattenfirma Bad Boy Records. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die von Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an. Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion »Suge« Knight am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Crips-Boss Davis zusammen. In derselben Nacht überholte ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde schwer verletzt und starb sechs Tage später. Weder die Tatwaffe noch der Cadillac wurden jemals gefunden. Aus Mangel an Beweisen kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac gesessen und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gegeben habe. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot. Auch vor Ermittlern prahlte Davis mit seiner Beteiligung an der Tat. Im September 2023 wurde er schließlich festgenommen. Mittlerweile bestreitet er eine Tatbeteiligung. In seinem Schlussplädoyer hatte Staatsanwalt Binu Palal argumentiert, Davis habe den Mord an Shakur angeordnet. Die Verteidigung erklärte dagegen, es gebe außer Davis’ Aussagen keinerlei Beweise, die den heute 63jährigen mit der Tat in Verbindung brächten. Bei Davis’ Schilderungen in seinen Memoiren habe es sich um »Fiktion« und Lügen gehandelt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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