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Medien

Jörg Becker gestorben

Der Politikwissenschaftler Jörg Becker ist tot. Das erfuhr jW am Freitag von der Familie. Er starb am 23. August im Alter von 79 Jahren. Becker studierte ab 1966 in Marburg, Tübingen und Bern auf Lehramt. Nach Promotion (1977) und Habilitation (1981) lehrte er unter anderem in Marburg, Darmstadt und Innsbruck, arbeitete zudem am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main. Becker gründete 1987 das Institut für Kommunikations- und Technologieforschung Komtech GmbH, dessen Direktor er bis 2010 war.

Sein Forschungsinteresse galt zunächst vor allem der internationalen Medienpolitik; ab 2000 konzentrierte er sich vor allem auf die Themen Medien und Krieg sowie Medien und Migration. Dabei verstand er sich stets als kritischer Gesellschaftstheoretiker. Die 2013 bei Schöningh erschienene Biographie »Elisabeth Noelle-Neumann. Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus« sorgte für eine Kontroverse über das Verhältnis der Meinungsforscherin zu den Nazis. Nach juristischen Auseinandersetzungen musste das Buch vom Markt genommen werden. Journalistische Beiträge verfasste Becker für eine Reihe von Zeitungen, darunter diese. Er war zudem gewerkschaftlich und kommunalpolitisch aktiv, etwa als parteiloser Vertreter der Partei Die Linke von 2014 bis 2020 im Rat der Stadt Solingen. Noch in diesem Jahr erschien Beckers Buch »Der spätere Spion. Richard Sorge 1918–1924« (Papyrossa). (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.08.2026, Seite 10, Feuilleton

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