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Nachschlag: Vor seiner Zeit

→ Der Fall Barschel. Do., 1.50 Uhr, Das Erste

Foto: ARD Degeto/Stephan Rabold
Uwe Barschel (Matthias Matschke) wurde am 11. Oktober 1987 tot in der Badewanne seines Zimmers im Hotel Beau-Rivage in Genf (Schweiz) gefunden

Uwe Barschel, Nixon der Deutschen. 1987 ließ er Björn Engholm im Wahlkampf um die Landesvaterschaft von Schleswig-Holstein mit einer Schmutzkampagne überziehen. Willfährig zur Seite stand ihm der schmierige Reiner. Pfeiffer, mit drei f. Der packte im »Waterkantgate« gegen Barschel aus, der wiederum alles ableugnete. Mit Ehrenwort und so. Barschels Leben endete in der Badewanne. Seneca der Deutschen. Die obskuren Umstände des Selbstmords gaben Anlass zu allerhand Verschwörungstheorien. Jeder konnte den Fall seinem Gewohnheitsfeindbild auf den Leib schneidern. CIA, BND, HVA, Mossad, im Dutzend sind sie billiger. »Der Fall Barschel« rückte 2015 die eigenständigen Ermittlungen eines fiktiven Journalisten in den Mittelpunkt, exzellent verkörpert von Alexander Fehling. Man erhält einen Eindruck vom politischen Handwerk der späten Bundesrepublik, Reiner Pfeiffer erscheint als Fake-News-Populist, der daran scheitert, dass es die Social-Media-Welt noch nicht gibt. Der tragische Held, schreibt Marx, ist der, der zu früh dran ist. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.08.2026, Seite 14, Feuilleton

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