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Straße von Hormus

Zivile Seefahrt zwischen den Fronten

Der Kampf um die beiden strategischen Meerengen im Nahen Osten wird zunehmend mit Waffengewalt gegen zivile Schiffe ausgetragen. Vier Seeleute des unter ägyptischer Flagge fahrenden Frachters »Tihamah« kamen am Dienstag bei einem mutmaßlichen Angriff der jemenitischen Ansarollah-Bewegung in der Meerenge Bab Al-Mandab ums Leben. Zwei jemenitische Rettungskräfte einer gegen Ansarollah kämpfenden Einheit wurden demnach bei einem anschließenden Bergungseinsatz getötet, zehn weitere Menschen verletzt. Sollte sich der Vorfall bestätigen, wäre es der erste tödliche Angriff der mit Iran verbündeten Ansarollah auf die Handelsschiffahrt seit Kriegsbeginn Ende Februar.

Am selben Tag erneuerte US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. In der Realität vermeldeten verschiedene Anbieter von Schiffahrtsdaten in den vergangenen Tagen nur ein- bis niedrig zweistellige Zahlen bei den Durchfahrten der zentralen Handelsroute. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldet weiterhin Angriffe und Bedrohungen gegen Schiffe in Hormus, während sowohl die USA als auch Iran ihre Blockaden aufrechterhalten.

Etwa zur selben Zeit setzten die USA ihre eigene Seeblockade rund 10.000 Kilometer vom US-Festland entfernt militärisch durch. Ein US-Hubschrauber beschoss im Golf von Oman den Frachter »Vela Nova« mit zwei »Hellfire«-Raketen. Verletzte unter der Besatzung wurden nicht gemeldet.

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Teheran knüpft eine Öffnung der Straße von Hormus an Zugeständnisse der USA: Der neue Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, forderte unter anderem die Freigabe iranischer Gelder im Ausland sowie ein Ende der regionalen Konflikte.

Die Internationale Energieagentur senkte unterdessen ihre Prognose für das weltweite Ölangebot: Wegen der Ausfälle am Golf und weiterer Engpässe rechnet sie für 2026 mit einem Rückgang um 4,3 Millionen Barrel täglich.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.08.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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