Aus Leserbriefen an die Redaktion
Betrifft alle
→ Zu jW vom 24.7.: »Welche Schutzmaßnahmen gegen Hitze braucht es?«
Das Klima und die Hitze sind eine gesundheitliche Belastung für den Körper und die Denkleistung des Gehirns – für jung und alt. Es trifft uns alle: die Natur, Tiere und Pflanzen. Wald, Bäume, kühle öffentliche Räume und Trinkwasser – das hilft. Diese Bundesregierung hat anderes im Sinn: »Dauerschulden« für eine wehrhafte Verteidigung mit Waffen und eine Cyberabwehr kosten jährlich zweistellige Milliarden, die Kreditzinsen erhöhen sich drastisch – alles zu Lasten der Bürger, die kein »Vermögen« mehr haben. Schutz gegen Hitze heißt, das Gesundheitssystem und die Krankenhäuser zu entlasten – nicht unnötig zu belasten!
Thomas Bartsch-Hauschild, Hamburg
»Ein No-Go für Russland«
→ Zu jW vom 28.7.: »Es wird einsam um Putin«
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie es zu diesen Aussagen von Lauterbach kam. Aber halten wir fest: Um Putin war und ist es nie (!) einsam geworden. Wenn man allein das Sankt Petersburger Wirtschaftsforum als Maßstab nimmt, sind weder Russland noch Putin isoliert. Ganz im Gegenteil. Die Widerständigkeit Russlands gegen die NATO ist vielen Ländern gewissermaßen zum Vorbild geworden, sich vom »Unwertewesten« nichts mehr gefallen zu lassen. Und ja: die elektronischen Bestandteile, die die Russen aus westlichen Kühlschränken aus- und in ihre Militärtechnik eingebaut haben. Diese Behauptung, die Lauterbach unkritisch übernimmt, stammt von Ursula von der Leyen. In Russland gibt es den Witz: Aus der erbeuteten westlichen Militärtechnik wurde die Elektronik aus- und in russische Kühlschränke eingebaut. (…)
Die junge Welt veröffentlichte kürzlich ein Interview mit Pascal Lottaz. Auch seine Gespräche sind informativer und näher an der Wirklichkeit als das, was Lauterbach hier schrieb. Und was die Beendigung des Krieges betrifft: Ein Waffenstillstand hat zur Folge, dass NATO-Truppen in die Ukraine kommen. Ein No-Go für Russland. Abgesehen davon ist Russland berechtigt misstrauisch ob abgeschlossener Verträge mit dem Westen (Minsk I und II, Istanbul). So bedauerlich es auch ist: Der Krieg kann nur auf dem Schlachtfeld entschieden werden, eben weil der Westen den Frieden mit Russland nicht will, sondern unbedingt einen Krieg gegen Russland führen möchte (Kriegstüchtigkeit, Verlegung von NATO-Truppen an die Westgrenze Russlands; neuerdings auch türkische Kampfflugzeuge). Auch ich wünsche mir ein Ende des Krieges in der Ukraine, aber nie zu den Bedingungen der NATO.
Joán Ujházy, Moskau
Enorme Kosten, kompromittierte Führung
→ Zu jW vom 28.7.: »Es wird einsam um Putin«
Die ukrainische Drohnenoffensive ist effektiv und erfolgreich. Sie gewinnt den Krieg nicht, aber treibt die Kosten für Russland enorm in die Höhe. Nichts in Russland und darüber hinaus (siehe Kaspisches Meer) ist noch sicher. Die Schiffahrt im nördlichen Schwarzen Meer und im Asowschen Meer ist praktisch unmöglich. Die Krim ist quasi abgeschnitten. Das alles zusammen kommt einer Niederlage gleich. Es ist das eingetreten, was man mit dem Militäreinsatz verhindern wollte. So eine Vorstellung wie »Wir machen aber mehr kaputt als die anderen!« ist für mich Ausdruck einer Ratlosigkeit, die zerstörerisch ist (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Unterstützung für das russische Vorgehen nimmt ab, auch weil die Taktiken so erfolglos sind, sich der Krieg endlos in die Länge zieht, die mittelbaren und unmittelbaren Kosten für alle hoch sind und kein Ende in Sicht ist. Die politische und militärische Führung Russlands ist kompromittiert. Das wurde auf dem Treffen mit Tokajew deutlich.
André Möller, Berlin
Kein »Minsk III«
→ Zu jW vom 28.7.: »Es wird einsam um Putin«
Wenn der Beitrag von Reinhard Lauterbach auch keine Neuigkeiten bietet – hatte die jW keinen wichtigeren Beitrag für Seite 1? So ordnet er doch die ambivalente Politik Tokajews m. E. richtig ein. (Sieht man einmal von der Aufwärmung der albernen Story aus der Propagandamottenkiste ab, die Russen wären auf die Waschmaschinen aus dem Westen angewiesen, um ihre Hyperschallraketen flugfähig zu gestalten. Viel wahrscheinlicher wäre es, dahinter westliche Hersteller zu vermuten, die, den EU-Sanktionen unterworfen, sich das Geschäft mit Russland nicht gänzlich kaputtmachen lassen wollen.) Was wirklich unverständlich ist, ist die protzige Schlagzeile, die der Beitrag nicht im geringsten bedient. So geht Desinformation! Unterschwellig wird behauptet, die Verbündeten Russlands wollten Frieden, Russland nicht! Und das ist gelogen. Die Geschichte des durch die NATO geschürten Konfliktes und der besonnenen Reaktion Moskaus in den letzten über 20 Jahren zeigt das nachdrücklich. Nur kann und wird Russland sich nicht auf einen Waffenstillstand à la »Minsk III« einlassen, der der NATO ein direktes Eingreifen erlauben würde.
Peter Tiedke, Golzow
Eher findige Geschäftsleute
→ Zu jW vom 28.7.: »Es wird einsam um Putin«
»Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden diese Geräte anschließend nach Russland weitergeliefert, wo die elektronischen Bauteile ausgebaut und militärisch verwendet wurden.« Fühlt sich komisch an, diese Geschichte in der jungen Welt zu lesen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die russische Rüstungsindustrie tatsächlich so schlampig geplant ist, dass man auf den Import von Waschmaschinen über Kasachstan angewiesen ist. Ich hätte mir dann schon eine Erklärung gewünscht, warum dem so sein soll und nicht einfach nur ein paar findige Geschäftsleute ihre Lager schnell vollgemacht haben, bevor auch hier die Sanktionen greifen.
Peter Krink, Stuttgart
Das Klima und die Hitze sind eine gesundheitliche Belastung. (…) Wald, Bäume, kühle öffentliche Räume und Trinkwasser – das hilft. Diese Bundesregierung hat anderes im Sinn: »Dauerschulden« für eine wehrhafte Verteidigung mit Waffen und Cyberabwehr.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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